Medikamente per Internet? Besser nicht.

Wenn man bedenkt, wieviele der Medikamente, die man per Internet bestellen kann gefälscht sind, mit nicht getesteten Inhaltsstoffen, z.T. giftigen Zusätzen, mit falschen Angaben auf der Packung und wenn man sieht, wo die meisten dieser Tabletten herkommen (aus Billigwerkstätten in Hinterhöfen oder alten Fabriken in Drittweltländern) … also, mir wäre meine Gesundheit zu wichtig, als sie so aufs Spiel zu setzen. Nur weil man ein paar Franken sparen will, oder nicht den offiziellen Weg gehen will – der durchaus da ist: Auch Dein Arzt  kann Dir Viagra, Cialis etc. verschreiben.

Kotzende Babies

Passend zum gestrigen Thema: Eine Zusammenstellung einer ganzen Menge kotzender Babys findet sich hier:

Dass einem Baby nach dem Essen die Milch wieder hochkommt, kommt noch relativ häufig vor. Darum muss es noch lange nicht krank sein. Manche schlucken einfach beim trinken viel Luft, die dann mit etwas Milch hochkommt (darum ist das „Bäuerchen machen“ nach dem Essen so wichtig).

Bei anderen ist der Schliessmuskel zwischen Magen und Speiseröhre noch etwas locker – wenn das aber häufiger vorkommt und andauert, gehört das vom Arzt angeschaut, es könnte eine Pylorusstenose sein.

Auch zum Arzt gehören Babies, wenn sie lustlos werden,Fieber haben, zuviel Wasser verlieren (sieht man daran, dass die Windeln trocken bleiben), wenn Krämpfe, geschwollener Bauch, Bauchschmerzen auftreten oder man Blut oder Galle im Erbrochenen sieht.

Daneben gibt es noch die üblichen Fälle: Babies kotzen auch wegen Reisekrankheit, verdorbenem Essen, Noroviren, Rotaviren oder manchmal auch einfach, weil sie sich aufregen.

Wie man sehen kann, kommt das häufig vor (darum gibt es wohl auch viele Filmaufnahmen davon). Das Gute daran ist, dass das Erbrochene bei weitem nicht so eklig ist wie beim Erwachsenen. Es handelt sich ja nur um geronnene Milch, so wie Joghurt. Und so riecht das auch.

Noroviren – ein Erfahrungsbericht

Nachdem ich vorher die trockenen Fakten über Noroviren gebracht habe, kommt hier ein persönlicher Erfahrungsbericht – Vorsicht, vielleicht besser nicht beim Essen lesen!

Junior (damals 13 Monate alt – das war letzten Herbst) fängt Sonntag Nacht plötzlich an zu schreien wie am Spiess. Als ich ihn hochnehme, um ihn zu trösten, übergibt er sich schwallartig. Kleider und Bettzeugs wechseln, Junior, der wieder ruhig ist, zurück ins Bett legen.

Nach 1 Stunde fängt er wieder an zu schreien, und kotzt diesmal Kuschelbär übers PJ. Selbes Prozedere nochmals, nur kommt das arme Kind jetzt zu uns ins Bett. Etwa alle Stunde muss er wieder brechen, dazwischen ist er unruhig (Magenkrämpfe?).

Gegen Morgen beruhigt sich das Ganze etwas, allerdings kommt der Morgenschoppen um 11 Uhr komplett wieder hoch – danach will er nichts mehr essen. Wenigstens trinkt er noch genug Tee, Kinder verlieren sehr schnell viel Flüssigkeit durch Erbrechen und Durchfall und müssen darum häufig ins Spital.

Mit Itinerol für Säuglinge gibt sich das Erbrechen, allerdings hat er inzwischen Durchfall bekommen – sehr flüssigen, was ausser dem Windel- noch häufiges Kleider-wechseln nach sich zieht. Der Appetit auf Essen ist praktisch nichtexistent, ansonsten ist er fit. Ich gebe ihm Bioflorin zum Aufbauen der Darmflora.

Am Dienstag (2. Tag) nur noch Durchfall (aber häufig! und ebenso häufiges Kleiderwechseln) aber er isst wieder ein bisschen was.

Zurückrechnen zeigt, dass er das Virus im Tagi aufgelesen haben muss und tatsächlich bestätigt telefonisches Nachfragen, dass dort der Virus umgeht (etwas, was ich das nächstemal lieber Vorher wissen will).

Am Dienstag abend habe ich dann selbst ein leichtes Grummeln im Bauch. Nachts um 12 reicht es gerade noch auf die Toilette, bevor sich das Essen schwallartig verabschiedet – oben und unten hinaus. Zum Glück haben wir ein Lavabo direkt vor der Toilette! Danach fühle ich mich besser, bis sich das Ganze 1 Stunde später nochmals wiederholt .. und nochmals und nochmals … bis nichts mehr drin ist, was rauskommen könnte.

Itinerol hilft auch mir gegen die Übelkeit, aber nicht gegen das Schwäche- und Krankheitsgefühl. Den Mittwoch verbringe ich halbtod zwischen Bett und Toilette. Ich habe absolut keinen Appetit und das einzige, was ich zu mir nehme ist Tee und Zwieback und dazwischen etwas Cola. Gegen Abend macht mein Mann eine Suppe, die schaffe ich zu essen. Danach geht es wieder steil aufwärts.

Mein Mann hatte übrigens nur ein bisschen Durchfall – offensichtlich nützt das Actimel das ich ihn zwinge zu nehmen wegen seinem schlechten Immunsystem doch etwas…

Noroviren – die Fakten

Wie jeden Herbst häufen sich die Berichte von Norovirus Ausbrüchen. Es ist relativ typisch, dass der Erreger in der geschlossenen Umgebung rasch um sich greift. Oft hört man auch von Kreuzfahrtschiffen, Spitälern, Altersheimen oder Skilagern die befallen wurden.

Aber was sind die Noroviren wirklich? Wie ist der Krankheitsverlauf? Und: was kann man dagegen tun?

Noroviren sind eine Gruppe von Viren, welche „Magen Darm Grippe“ oder Brechdurchfall verursachen.  30% der Brechdurchfälle bei Kindern und 50% bei Erwachsenen werden durch sie verursacht. Oft treten sie in den Wintermonaten vermehrt auf. Hat man die Krankheit einmal durchgemacht, ist man trotzdem nicht immun, da es eine Vielzahl verschiedener Noroviren gibt.

die Symptome sind: Erbrechen (oft plötzlich, explosiv) und Durchfall (wässrig) sowie Übelkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Krämpfe sowie gelegentlich leichtes Fieber.

Noroviren sind sehr ansteckend. Die Viren sind im Stuhl und Erbrochenen der infizierten Person vorhanden. Auch nach der Erkrankung ist man noch 2-3 Tage lang ansteckend.

Die Infektion erfolgt über den Mund. Übertragung auf andere Personen ist möglich durch:

  • direkten Personenkontakt (Pflege kranker Personen, via Hände)
  • Kontakt mit in der Luft schwebenden Teilchen, die nach dem explosiven Erbrechen auftreten
  • Kontakt mit Oberflächen oder Gegenständen, die mit Noroviren verunreinigt sind (die Viren überleben recht lange und können nur durch gute Desinfektion eliminiert werden)
  • Essen oder Trinken von Nahrungsmitteln, die von mit dem Norovirus infizierten Personen verunreinigt wurden.

Die Inkubationszeit beträgt 10 – 50 Stunden (so lange dauert es vom Kontakt mit dem Virus bis zum Ausbruch der Krankheit)

Dauer der Erkrankung: 1 -2 Tage, danach klingen die Symptome ab. Obwohl die Beschwerden heftig sind, ist der Verlauf meist gutartig.

Behandlung: es gibt keine Impfung, keine antiviralen Mittel die helfen und Antibiotika sind unwirksam.

Man behandelt die Symptome:

  • der Flüssigkeitsverlust, kann v.a. bei Kleinkindern gefährlich werden: viel trinken,
  • den Elektrolytverlust: fertige Elektrolytlösungen (wie Oralpaedon, Normolyteral) oder Cola und Salzstängeli.
  • Übelkeit, Erbrechen: Itinerol (am besten als Zäpfchen, die bleiben länger drin)
  • Durchfall: Imodium oder Generika: Lopimed, Loperamid
  • Aufbau der Darmflora: Bioflorin, Perenterol

Vorbeugung einer Ansteckung:

  • Von infizierten Personen fernbleiben / diese Isolieren und zwar bis 2-3 Tage nach Abklingen der Symptome.
  • gute Händehygiene: häufiges Händewaschen und -desinfizieren.
  • Waschen und desinfizieren von Oberflächen und Gegenständen, die mit Stuhl und Erbrochenen im Kontakt gekommen sind. Mit: 0.1% Javel-lösung oder 98% Alkohol. Normale Desinfektionsmittel wie Chlorhexidin oder Alkohol 70% nützen zuwenig.

Linktausch?

Dieses Mail bekam ich vor ein paar Tagen:

Hallo Pharmama

da ich mich als Webmaster mit dem Thema Männergesundheit und Potenz beschaeftige ist mir Ihre schöne und informative Webseite aufgefallen und ich würde mich über einen Linktausch freuen !

Würde gerne aus der Blogroll oder direkt aus einem Text zum Thema Potenzmittel einen Link auf meine Website * bekommen  und kann Ihnen dafuer …

z.b. einen Link hier * oder *  anbieten…

Interessiert ??? Bitte um Antwort !

Gruss, Alex

Meine Antwort:

Lieber Alex, wenn Sie meine Website gelesen hätten, dann hätten Sie vielleicht gemerkt, dass ich eine Apothekerin bin – und von daher nicht gerade interessiert daran Leute irgendwohin zu schicken, wo sie von unqualifizierten Stellen womöglich noch gefälschte Arzneimittel bekommen und sich die Gesundheit ruinieren.

Darum verzichte ich (dankend).

Pharmama

* alle webadressen (ausser der eigenen) wurden geändert und existieren nicht real.

-kein Wunder fehlen mir die Backlinks – ich bin zu wählerisch!

Ich bin nicht grundsätzlich gegen Linktausch, aber ich würde eher mit seriösen Stellen tauschen (ich bin sicher die gibt es auch) oder anderen Blogs – ohne kommerziellen Hintergedanken.

Was ist passiert?

„Und? Wie ist es passiert?“

Das ist etwas, was ich gelegentlich noch frage, meist wenn jemand mit einem gebrochenen Bein oder Arm oder dick eingebundener Hand und entsprechendem Rezept kommt. Ich bin halt neugierig. Und dann lenkt es die Leute etwas ab, während ich das Rezept in den Computer eingebe. Zu dem Zeitpunkt haben sie es meist auch noch nicht so satt, darüber zu erzählen – bei manchen Verletzungen gilt offensichtlich, dass jeder fragt.

Ein paar Interessante Dinge habe ich da auch schon gehört.

Z.B, der mit der dick eingebundenen Hand. Er war im Kaufhaus und hat sich neue Küchenmesser angesehen – die richtig grossen. Als er vor der Auslage stand, löste sich auf einmal eines der aufgehängten Messer und fiel –senkrecht- aus hängender Position nach unten, direkt vor ihm. Reflexartig hat er versucht es festzuhalten. Und dabei ist es ihm durch die Hand geglitten und hat die Sehnen glatt durchtrennt. Autsch.

Z.B. das gebrochene Bein; beim Aussteigen aus dem Tram auf einem Schneehaufen ausgeglitten – das war dort, wo es so enorm geschneit hat, dass die Strassen wohl frei waren, aber der auf die Seite geschobene Schnee die Trameinstiege blockierte. Zum Bericht gehörte noch eine längere Lamentei von wegen den öffentlichen Verkehrsmitteln, aber das lass ich hier mal aus.

Z.B. der Spinnenbiss in den Ferien. Der Mann war irgendwo auf einer afrikanischen Insel in den Ferien und wachte mit etwas auf dem Bein aus, was wie ein grosser Insektenstich aussah. Dass er gebissen oder gestochen wurde, daran konnte er sich nicht mehr erinnern. Fenistil half nichts, um den Stich bildete sich rasch eine sich ausbreitende Rötung. Er bekam Fieber und Schmerzen, ging dann zum Arzt. Der wusste wohl, was das war: ein Tarantelbiss, die haben offensichtlich eine ziemlich hässliche Mundflora, konnte ihm aber – weil ihm die Medikamente fehlten (Antibiotika) nicht helfen. Er musste dann praktisch Notfallmässig ausser Landes gebracht werden – der Rega sei dank. Zuhause im Spital musste man ihm einen Teil aus dem Bein entfernen und es gab ziemlich viel Antibiotika.

So Sachen sind selten, aber eindrücklich. Aber es ist tatsächlich so, dass ich in den Ferien in Thailand eine Tauchkollegin zum Arzt schickte, wegen einem verdächtig aussehendem Stich. Der erwies sich auch als Spinnenbiss und sie bekam Antibiotika. Gut, dass sie so früh gekommen ist, meinte der Arzt.

Ein Grund mehr, gut zuzuhören, wenn Kunden und Patienten einem etwas erzählen!

Und für diejenigen, die das Ganze nicht nochmals durchkauen wollen, wäre das doch noch toll: