den Chef rausgehängt

Als Apothekerin in einem durchgehend offenen Geschäft habe ich keine wirkliche Mittagspause. Das heisst ich kann mich schon etwas zurückziehen, um etwas zu essen, aber wenn sie beim Bedienen Hilfe brauchen und jedes Mal wenn ein Rezept kommt, muss ich ran. Das bedeutet auch, dass ich seltenst eine ungestörte Mitagspause habe und darum ist es für mich auch nicht so wichtig, ob ich um 12 Uhr oder erst später dazukomme.

Jedenfalls waren wir heute unten schon den ganzen Vormittag sehr beschäftigt und als auf einmal etwa 10 Leute gleichzeitig im Laden standen und nur noch 3 (mit mir) zum Bedienen da waren, habe ich erst Sturm geläutet und als niemand kam, bin ich in den Pausenraum gerannt und habe den beiden die da sassen zugerufen : Wir brauchen unten Hilfe; alle beide runter, jetzt!“

Erst nachher fand ich es seltsam, dass sie mit abgezogenen Schürzen da gesessen sind und assen. Da habe ich beim Blick auf die Uhr mit Schrecken bemerkt, dass ich sie gerade aus der Mittagspause geholt habe – die sie ja wirklich zugute haben und für sie auch keine Arbeitszeit und nicht bezahlt ist.

Hoppla.

Ich hab mich dann entschuldigt – aber sie haben es locker genommen.

Ein Hoch auf gute Mitarbeiter!

3 Antworten auf „den Chef rausgehängt

  1. Ich denke auch mal, dass, wenn „Ausnahmesituationen“ sind, man auch mal eben die Pause unterbrechen kann, sofern es kein „Dauerzustand“ wird.
    Wenn bei uns im Spielwarenladen (damals) die Hütte brannte, dann haben wir auch oft genug mal auf unsere Pausen verzichtet. Sowas macht man aber nur, wenn das Team okay ist und das scheint ja bei euch der Fall zu sein. ;-)

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  2. na ja, wenn man solche fehler des chefs locker nimmt, behält man den job länger. :-)

    nein ich denke, du hast es ehrlich gemeint, die zwei haben dies gewusst und da du scheinbar ein gutes, offenes verhältnis hast, haben sie mitgeholfen, den stau zu beheben. die werden auch wissen, dass du umgekehrt auch nicht pinggelig bist, wenn sie mal ein paar minuten früher gehen müssen.

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  3. Es ist wirklich ein gutes Team. Und dass es funktioniert liegt daran, dass es immer ein „Geben und ein Nehmen“ ist, halt nicht einseitig.
    Ob ich als Chef so gut bin, weiss ich nicht, ich bin auch vor 5 Jahren mehr in die Rolle reingestolpert, als dass ich sie angezielt hätte. Und dann bin ich mehr der Typ: „Wenn es gut läuft, dann muss ich ja nichts ändern, oder?“ :-)

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