Nicht so geeignete Mitarbeiter 1: die Psycho-Pharmaassistentin

In meinen über 10 Jahren, die ich in der Apotheke und Drogerie arbeite, gab es natürlich auch einige Fluktuationen. Die Lehrlinge, die nach 4 Jahren Ausbildung weiterziehen, einige Mitarbeiter die kündigten, um sich anderen Ausbildungen und Jobs zu widmen: wir hatten eine Pharmaassistentin, die Arztgehilfin wurde, 2 Drogistinnen, die jetzt für eine Krankenkasse arbeiten und eine Drogistin, die eine Visagistenausbildung absolviert hat und jetzt in einer grossen Kosmetikfirma arbeitet. 1 Drogist ist heute Ärztebesucher für eine Pharmafirma … Anderen Mitarbeitern mussten wir kündigen, weil ihre Arbeit nicht unseren Anforderungen entsprach.

Da war die Pharmaassistentin, die auf einmal ein paar Wochen ohne Erklärung anzugeben oder ein Arztzeugnis zu bringen nicht mehr zur Arbeit kam. (Das ist eine 100% Stelle, die einfach fehlt) Und als sie dann kam, hatte sie einen derart unmöglichen Umgang mit den Kunden, dass ihr schliesslich gekündet wurde.

Sie schien mir schon vorher ein paar psychische Probeme zu haben und brachte häufig ihre persönlichen Probleme mit ins Geschäft. Ihr zuzuhören, wenn sie erzählte, das war wie eine Seifenoper – jeden Tag was neues. Einmal ging sie mit ihrer Freundin in die Ferien, nur um sie, kaum dass sie dort einen Mann kennengelernt hatte, einfach stehenzulassen. Nett. Ein anderes Mal wetteiferte sie mit ebender Freundin um einen Mann … der sich dann als echter Stalker herausstellte. Ihr Leben war eine Aneinanderreihung von Dramen und kleinen Katastrophen.

Ihr zu kündigen erwies sich als schwierig. Mein Vorgänger entschied sich für die direkte Variante und teilte es ihr in der Apotheke mit. Sie weigerte sich, den Schein zu unterschreiben, dass sie die Kündigung zur Kenntnis nehme. Also schickte er sie ihr in einem eingeschriebenen Brief. Der kam zurück (sie habe keinen Abholzettel im Briefkasten gehabt…), er schickte noch einen. Wieder kam er zurück. Ich vermute mal, sie dachte, wenn sie die Kündigung einfach nicht annimmt, dann wäre sie auch nicht gekündet.

Am Schluss musste mein Vorgänger es so machen, dass er 2 Zeugen unterschreiben liess, die das Ganze mitbekommen haben.

Eher Unangenehm sowas.

7 Antworten auf „Nicht so geeignete Mitarbeiter 1: die Psycho-Pharmaassistentin

  1. Ein Einschreiben gilt doch am letzten Abholtag als zugestellt, dachte ich?
    Eigentlich wäre die mehrwöchige unentschuldigte Absenz schon Grund für eine fristlose Kündigung gewesen, eigentlich nett, dass er sie noch mit Frist kündigte (so hab ich dich jedenfalls verstanden).

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  2. Wenn das Einschreiben nicht zugestellt werden kann, kommt es wieder zurück. Das kann dann schon nicht als zugestellt gelten … selbst wenn es Absicht ist, oder?
    Aber es gibt ja noch andere Varianten.
    Und ja, der Kollege war nett … und sehr lange sehr geduldig.

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  3. ne Kündigung muss man nicht „annehmen“, das ist ne einseitige Willenserklärung, jedenfalls hier in Deutschland.
    Sie muss lediglich „zugehen“, und da reichts eigentlich wenn ein Zeuge den Empfang bestätigt.

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  4. Doch, auch ein nicht abgeholter eingeschriebener Brief gilt in der CH als zugestellt, sofern man als Absender den Postbeleg vorweisen kann.

    Man muss einzig eine angemessene Frist einräumen. Ein Kündigungsschreiben, das am 28. eines Monats verschickt wird, gilt im Zweifelsfalle als nicht rechtzeitig zugestellt. Ungültig ist’s damit aber nicht, bei einem „gewöhnlichen“ Arbeitsvertrag verlängert sich lediglich die Kündigungsfrist um einen Monat.

    (Dies gilt selbstredend für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer.)

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  5. .. und das mit den Zeugen geht beim Militär genauso: Wenn sie dir nämlich mitteilen, dass Du vor Zeugen soeben erfahren hast, dass Du als Unteroffizier weitermachen darfst …

    Greez by the Thom
    ( der glücklicherweise zu doof zum weitermachen ist)

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  6. Gutes Personal zu finden ist ebenso schwierig wie den richtigen Partner fürs Leben –
    andere Frage: warum verwechseln Apotheker so oft L-Dopa und L-Dopa-retard. Gefühlt bekommt bei mir jeder 4. Parkinson-Patient bestimmt die Galenik, die ich nicht verordnet habe. Für mich und mehr noch für den Patienten ist das eine Katastrophe.

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