Wenn einer eine Reise tut … die gesundheitliche Seite

Das wichtigste ist natürlich, dass man Tickets, Pass, Geld und ev. Visa hat – den Rest kann man sich im Notfall unterwegs besorgen.

Aber: Wer wirklich vorbereitet sein will, muss auch die gesundheitliche Seite betrachten.

Impfungen zum Beispiel – die sollte aktuell sein für die Reise – und manchmal braucht es zusätzlich welche. Für manche Länder ist zum Beispiel die Gelbfieberimpfung vorgeschrieben.
– eine gute Seite mit Infos über Länder, Krankheiten, Impfungen, Malaria und mehr um sich vorzubereiten ist z.B.

Praktisch jede Apotheke hier kann – wenn man sich nicht selbst informieren will, im Internet auch kompetent Auskunft geben über benötigte Impfungen und Malariaprophylaxe.

Dann die Medikamente:
Man sollte unbedingt die Medikamente mitnehmen, die man auch regelmässig nehmen muss.
Zu beachten ist aber: Nicht alles, was bei uns erlaubt ist, darf man auch in andere Länder mitnehmen. Leider gibt es dafür keine Listen online, da hilft im Zweifel nur selbst anfragen bei der Botschaft des Landes. Siehe auch hier: Medikamente auf Reisen.
– es hilft sicher, eine ärztliche Bescheinigung mitzuführen für die Medikamente, die man regelmässig nehmen muss. Speziell gilt das auch für Spritzen, die man ins Flugzeug mitnimmt (Insulin, Epi-pen).

Für Reisen in abgelegenen Gebieten empfiehlt es sich auch ein Antibiotikum als Notfallmedikation mitzunehmen – das braucht allerdings, wie die Malariamedikamente ein rezept vom Arzt.

Für Betäubungsmittel gibt es Extrabestimmungen – sogar für Reisen innerhalb Europas im Schengenraum. Noch vorsichtiger muss man damit in Übersee sein.

Und was, wenn in den Ferien etwas passiert und man ins Spital muss?
Die obligatorische Grundversicherung der Krankenkasse (oder die Unfallversicherung) zahlt bei Krankheit (oder Unfall) bis das Doppelte dessen, was der Arzt oder die allgemeine Abteilung im Spital im Wohnort gekostet hätte.
In Europa genügt das in der Regel, bei Reisen in Übersee, speziell Amerika, Japan und Australien riskiert man jedoch, dass man einen ziemlich grossen Teil der Behandlungskosten selbst zahlen muss (v.a. die USA sind da unglaublich teuer). Für dies lohnt sich eine Zusatzversicherung – wenn man die nicht schon hat – da gibt es auch solche, die man nur für die Dauer der Reise bekommt, die wirklich günstig sind (um die 30-40 Franken für eine Familie für 3 Wochen). Dafür sollte man vorher bei der jeweiligen Krankenkasse nachfragen – oft ist der Abschluss der Versicherung auch online möglich.

Zusammenfassend:

  1. Information über das Reiseland, benötigte Impfungen, Malariarisiko und Prophylaxe entweder im Internet oder in der Apotheke – oder man geht gleich ins nächstgelegene Tropeninstitut – wo auch Ärzte sind , die gleich Impfen und Rezepte ausstellen können.
  2. Gang zum Arzt: Verschreiben lassen (falls nötig): genug Medikamente für die Ferien von der Dauermedikation, ev. Malariaprophylaxe, ev. Impfungen, ev. Bescheinigungen für die Dauermedikation / Spritzen oder Betäubungsmittelformular
  3. In der Apotheke: Medikamente abholen, erklären lassen, ev. Betäubungsmittelformular verifizieren lassen (CH)
  4. Ev. bei der Krankenkasse Zusatzversicherung abschliessen für Dauer der Ferien
  5. Ev. nochmals zum Arzt Impfen was nötig ist/nachgeholt werden muss
Gute Reise!

8 Antworten auf „Wenn einer eine Reise tut … die gesundheitliche Seite

    1. Ah, ja. Bei uns ist es so, dass das die blaue Rückseite der normalen Krankenkassenkarte ist. Wer also seine Krankenkassenkarte (die aktuelle,bitte!) dabeihat, hat die europäische Krankenversicherungskarte dabei :-)

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      1. So ist das in Deutschland zumindest bei der KKH-Allianz auch, wie es bei anderen Kassen aussieht, weiß ich nicht.

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  1. Also die normale KV hätte gereicht? Mein Kind wird grad heut in Spanien aus dem Kraneknehaus entlassen. Trotzdem wir eine zusätzliche Auslandsreiseversicherung haben, müssen wir uns selbst um den Rücktransport kümmern. Wenn aber die OP und der Krankenhausaufenthalt von den KV sowieso nezahlt wird, bracuhe ich dann ja diese zusätzliche AuslandsKV gar nicht, oder?

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    1. Gertje, in Deutschland (Thüringen, oder?) solltest Du für etwa 8 Euro/Jahr auch eine Zusatz-Auslandsreisekreiseversicherung abschließen, für den Fall, dass die im Ausland anfallenden Krankheitskosten höher als in D sind und daher nicht von der Kasse bezahlt werden.

      Oder für den Fall, dass Deine Tochter mit dem Hubschrauber zur Operation nach Deutschland hätte eingeflogen werden müssen. Da wird man für den Rückflug schnell mal 10.000-20.000 Euro los.
      Der Grund dafür, dass die Kosten für den Rückflug <Deiner Tochter nicht getragen werden, ist, dass Deine Tochter bereits aus dem Krankenhaus entlassen wurde, also keine medizinische Notwendigkeit mehr für den Rückflug besteht.

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      1. Oh, besser hätte es der Herr von der Abteilung Transport nicht beschreiben können. Die Versicherung garantiert übrigens auch einen Rücktransport, wenn er medizinisch sinnvoll ist. Nun dürfte selbst einem Laien, wie er vielleicht in der Abt. Transport einer Versicherung sitzt, klar sein, dass man nach einer OP im Unterleibbereich ca 2 Wochen nichts heben sollte. NICHST.
        Nun ist das Kind nicht mit dem Auto unterwegs. Nein, so reich sind wir nicht. Es fährt mit dem Zug, Interrailticket. Die Heimfahrt mit dem Zug würde 26-32 Stunden kosten, bei 6-7maligem Umsteigen (und zwar bei Nutzung sämtllicher TGV’s und ICE’s, die auf der Strecke liegen). Das ist NICHT medizinisch sinnvoll. Selbst die Fahrt zum nächsten Flughafen dauert 5 Stunden, dazu kommt die Fahrt zum Bahnhof, 3maliges Umsteigen auf der Zugstrecke und dann noch Bus oder Taxi zum Flughafen.
        Äh, ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass das Kind nicht mit der Handtasche reist, sondern mit einem Rucksack.
        Also wenn es nur darum geht, einen Rückflug zu kriegen, wenn man evtl Monate im Krankenhaus liegen muss, kann ich auf diese Versicherung verzichten, das Geld sparen und dafür nur für die drei Wochen Urlaub was abschließen.

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        1. Gertje, ich hab das nicht böse gemeint.
          Aber die Zusatzversicherung für 8 Euro zahlt halt wirklich nur den Rücktransport mit dem Rettungshubschrauber, wenn die Blinddarmoperation in Spanien nicht zu vergleichbaren Standards durchführbar gewesen wäre (oder den intensiven Rücktransport, falls etwas schlimmeres passiert wäre, was ja gottseidank nicht der Fall ist).
          Und leider nicht die normale, sonst auch notwendige Heimreise per Bahn, die Deine Tochter jetzt halt ne Woche eher antritt, da sie den Jakobsweg sicher nicht weiter laufen kann (was ja verständlich ist).

          Wenn ich mich da etwas unsensibel ausgedrückt habe, möchte ich mich entschuldigen.

          Wenn Deine Tochter noch nicht unterwegs ist, hab ich da noch nen Tipp wegen dem Reisegepäck: Wenn ich da jetzt mit frischer Operationsnarbe heimfahren müsste, dann würde ich zur nächsten Poststelle gehen und den schweren Rucksack dort als Paket aufgeben und nur das notwendigste in ne kleine Tasche packen (Zahnputzzeug und Unterwäsche; den Rest braucht man nicht wechseln). Das kostet vielleicht 20 Euro extra, aber dann muss sie da nicht mit 30 kg Gepäck reisen und Koffer schleppen.

          Innerhalb Deutschlands bietet die Bahn sowas auch selber an: . Ich weiß aber nicht, ob das auch von Spanien nach D geht.

          Deiner Tochter wünsche ich eine gute Heimreise und eine gute Genesung.

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          1. Keine Sorge, McCloud. Ich hatte Deine Antwort auch nicht böse aufgefasst. Ich bin halt immer noch geladen. Die Idee mit dem Gepäck hatten wir auch schon und haben uns deshalb an die Deutsche Bahn gewand, zwecks Auskunft… Aber das ist wieder ein anderes Kapitel. Naja, sie kommt schon irgendwie heim

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