Die Pille ohne Rezept aus der Apotheke

Im Moment entbrennt in der gratis-Zeitung 20Minuten eine heftige Diskussion um die Abgabe der Pille durch die Apotheken.

Nachzulesen hier:

und heute hier: 

Für mich ist speziell die Diskussion in den Kommentaren interessant.

Wie ich schon ein paarmal geschrieben habe, dürfen die Apotheker in der Schweiz rezeptpflichtige Medikamente (wie z.B. die Pille) in „begründeten Ausnahmefällen“ (also nicht nur in Notfällen) auch ohne Rezept abgeben. Anscheinend hat das die Presse neu entdeckt (Sommerloch irgendwer?)

Dabei muss allerdings die übliche Sorgfaltspflicht beachtet werden.

Ich gebe die Pille ab, aber nehme die Personalien der Frau auf – wenn sie nicht schon im Computer ein Dossier hat – und frage sie nach anderen Medikamenten, Allergien und dem regelmässigen Besuch des Frauenarztes. Die Kontrolle ist nämlich wichtig – die Pille ist ein Medikament und hat wie alle Nebenwirkungen: speziell das Risiko einer Thrombose. Und der Frauenarztbesuch dient ja nicht nur dazu ein neues Pillenrezept zu holen – der Abstrich sollte alle 1.5-2 Jahr gemacht werden, die Brüste mal wieder untersucht (das machen viele Frauen immer noch nicht regelmässig bei sich).

Bei Unsicherheiten rufe ich dem Frauenarzt auch an – z.B. wenn die Patientin den Namen der Pille nicht mehr weiss oder etwas gewechselt hat.

Ich verlange auch gelegentlich eine Unterschrift bei Bezug- das ist meine Absicherung. Wenn die Patientin mich anlügt, habe ich davon den schriftlichen Beweis. Da steht dann z.B. „Weiterführung Therapie“ oder „Arztbesuch in 2 Monaten“ etc.

Manchen Kommentatoren geht selbst das noch zu weit. Sie sehen das Rezept-holen-müssen für etwas wie die Pille beim Frauenarzt als Schikane und Geldmacherei. Natürlich gibt es Frauenärzte, die die Pille ohne grosse Untersuchungen oder Fragen verschreiben oder selbst verkaufen – aber es gibt auch gute Frauenärzte, die sich die Zeit nehmen, die richtige Pille für die Frau zu finden.

Und nur als Anmerkung: Ich selbst gehe auch regelmässig alle 1 1/2 Jahre zur Kontrolle.

Ich bin gespannt, wie die Kommentare sind, wenn wieder einmal ein Fall von einer Thrombose unter einer Pille durch die Presse gezogen wird – so wie letzthin. Klar, das kommt nicht oft vor, aber wenn … hat das für die Betroffene ernste Folgen.

Was sind Eure Gedanken dazu?

53 Antworten auf „Die Pille ohne Rezept aus der Apotheke

  1. Alle 1,5 – 2 Jahren zu Kontrolle?
    Wow, das ist wenig! Ich gehe alle sechs Monate (Abstrich, kurze Burstkontrolle, Frage ob alles ok ist) und das ist auch was mir bisher von Frauenärzten immer empfohlen wurde. (Auf jeden Fall aber einmal im Jahr, wäre Minimum)

    Ich finde die Pille sollte allgemein weiterhin wie ein Medikament behandelt werden, d.h. der Arzt muss sie verschreiben. Dass sie bei Notfällen so abgegeben werden kann finde ihc gut. Notfälle sind aber für mich halt wie Arzt auf Urlaub, oder sonstiges. Nicht weil man zu faul ist hinzugehen.

    Aber 20Minuten ist doch eh nichts, was man wirklich ernst nimmt, oder?

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      1. Wenn sie aus Deustschland kommt muß sie dafür keine Hochrisikopatientien sein. Bei uns wird es meist so gehandelt: 1x im Jahr normale Krebsvorsorge und die 2. Untersuchung im Jahr ist so etwas ähnliches in klein, also nochmal Abstricht, Abtasten etc.
        Ich persönlich lass die kleine meistens ausfallen.

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        1. Ah, Okay. Darf ich noch fragen, wie das bei Euch ist: hier in der CH zahlt man den Arztbesuch ganz – d.h. im Normalfall bekommt man danach gleich eine Rechnung zugestellt. Die kann man (falls man die Franchise erreicht) dann der Krankenkasse zustellen.
          Wenn ich das richtig verstehe, zahlt man bei Euch bei einem Besuch nur die 10 Euro Praxisgebühr alle 3 Monate oder so? Oder ist das nur bei den Hausärzten so?

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          1. Die 10€ bezahlt man bei dem ersten Arzt, zu dem man im Quartal geht. Von dem muss man sich dann weiter überweisen lassen, oder man muss beim nächsten Arzt nochmal bezahlen.

            Außer bei Zahnärzten, natürlich. Da darf man so oder so nochmal 10€ latzen.

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          2. Gilt aber nur für Kassenpatienten.

            Privatpatienten zahlen keine 10 Euro und bekomme eine Rechnung von der Ärtzlichenverrechnungsstelle (meist so nach nem viertel Jahr), bezahlen diese und reichen die dann bei ihrer KK ein die hoffentlich auch den Großteil oder gar alles zurückzahlt.

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          3. PP brauchen sich auhc nirgends überweisne lassen, sondern können so oft und zu welchem Arzt gehen wohin sie wollen, sie ahlens ja eh erstmal selber und sind dann auch der Gelackmeierte wenn die Kasse die Zahlung verweigert.

            NIchtnur die Arztbesuche sondern auch alle Medis müssen vorgestreckt werden.

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      2. Nein, das ist bei uns (Österreich im übrigen) eigentlich üblich, was ich weiß. Also zumindest einmal im Jahr, sagt einem jeder. Viele Ärzte empfehlen aber wohl alle 6 Monate. (Auch Google sagt übrigens mind. einmal im Jahr, eher alle sechs Monate.) Die Kontrollen dauernd dann ja nicht lange, rein auf den Stuhl, Abstrich, und allgemeines gegucke, Fragen wie es einem geht, danach werden noch kurz die Brüste angesehen, fertig. Ich brauche da normalerweise nie besonders lange.
        Wir zahlen den Besuch beim Arzt auch nicht. (Ärtze kriegen aber pro Patient sehr wenig, zumindest beim Hausarzt wurde mir letztens wieder gesagt ist es enorm wenig, weshalb es sich ja auch quasi nicht rentiert Hausarzt zu sein, nehme nicht an, dass ein Gyn soviel mehr kriegt. Zu dem nicht zahlen noch: Wir dürfen innerhalb eines Quatals halt nicht unbedingt wild Ärzte wechseln. Was an sich ja wurscht ist, aber manche Leute nervt es wohl, zwecks zweiter Meinung die man manchmal will. Weiß aber nicht genau wie streng das schlussendlich ist, da ich es bisher nicht brauchte.).

        Finde das nicht so wild, seine Beißerchen sollte man ja auhc zweimal im Jahr kontrollieren lassen.

        Wieviel zahlt man in der Schweiz dann etwa pro Arztbesuch?

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        1. Ich gehe ja nicht so oft zum Arzt – jetzt habe ich nachgeschaut. Mein letzter Besuch bei der Frauenärztin kostete 123 Franken und dazu kamen separat noch etwa 25 Franken für den Abstrich ans Labor.
          Wie gesagt, das zahlt man hier meist erst mal selbst – und bei einer Franchise von 2000 Franken lohnt sich das auch nie einzuschicken.

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          1. Das ist ja bei uns grundlegend anders. Ich habe überhaupt das Gefühl wir steigen wesentlich sozialer aus bei unserem System (vielleicht hat es deshalb so Probleme ;) )
            Aber natürlich müsste man für einen konkreten Vergleich gucken was jeder zahlt pro Monat. Bei uns wird das ja automatisch abgezogen, wir müssen uns da ja quasi nicht drum kümmern, ihr versichert euch ja aktiver :)

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    1. Das Schweizer Krankenversicherungsgesetz sieht für die gynäkologische Vorsorgeuntersuchung inklusive Krebsabstrich folgendes vor.

      „Die ersten beiden Untersuchungen inklusive Krebsabstrich im Jahresintervall und danach alle drei Jahre. Dies gilt bei normalen Befunden; sonst Untersuchungsintervall nach klinischem Ermessen.“

      Meine Gynäkologin hat gesagt, dass diese Dreijahresabstände auf Empfehlungen der WHO beruhen, und dass sie bei beschwerdefreien jungen Frauen (unter 35) auch kein Problem darin sieht, wenn die sich zweimal ein Jahresrezept für die Pille „am Tresen“ holen und erst dann wieder zu Untersuchung und Gespräch vorbeikommen. Da ich nichtmal das Rezept brauche sieht sich mich entsprechend selten ;-).

      (Nix gegen Vorsorgeuntersuchungen, aber die deutschen Intervalle würden mich wahnsinnig machen — alles halbe Jahr bei diversen Ärzten vorbei kostet doch echt viel Zeit! Mir ist einmal jährlich Zahnarzt sowie alle drei Jahre Augen-, Frauen- und Hautarzt genügend Aufwand; und den hiesigen Empfehlungen entspricht das durchaus. Wäre mir neu, dass die Schweizer soviel kränker wären als die Deutschen.)

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      1. Bevor ich weiter die Kommentare lese: ich hoffe sehr für Dich, dass Du nie einen besorgniserregenden Befund bekommst oder gar mal denkst „hätte man das schon letztes Jahr erkannt, wäre es anders gekommen“. Es sind zwar sehr wenige Krebsarten, aber es gibt die, die extrem schnell wachsen. Und lieber früh entdeckt und behandelt als zu spät. Schade, dass Dir Deine Gesundheit so wenig wichtig ist, dass Du eine jährliche bzw. halbjährliche Untersuchung als „nervend“ empfinden würdest.

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        1. Welch zuckersüsse Verwünschung! Aber gut, eine ernstgemeinte Antwort:

          Als altgedienter Hypochonder kann ich dir versichern, dass es Krebsarten gibt, die innerhalb eines halben Jahres ordentlichen Schaden anrichten können. Es empfehlen sich also mindestens vierteljährliche Kontrollen. Oder um auf Nummer Sicher zu gehen monatliche… und so weiter. Würde ich immer vom schlimmsten Fall ausgehen, wäre ich nur noch dabei panisch von einem Arzt zum nächsten zu rennen. Daher halte ich mich lieber an epidemiologische Studien und Empfehlungen und versuche meinem Körper nicht dauernd zu misstrauen — das ist gesünder für mich, nicht zuletzt in psychischer Hinsicht.

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        2. An sich ist der Gedanke ja richtig aber: Wenn immer alle zu allen empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen hin gehen würden, hätten Ärzte für wirklich kranke Menschen keine Zeit und das Gesundheitssystem würde in noch höheren Kosten versinken, außerdem hat anna recht: man müsste noch viel häufiger als jährlich zum Arzt. Eine dänische Studie hat z.B. mal gezeigt, dass regelmäßige Mammographien zwar Brustkrebs z.T. früher erkennen, die Mortalität allerdings wenn die Diagnose einmal gestellt ist die gleiche ist. Wenn man also wirklich etwas daran ändern will muss man denke ich noch häufiger zur Mammographie und am besten jedes Quartal ein ganz Körper MRT oder CT machen und wenn man bis dahin nichts hatte kriegt man von der regelmäßigen CT Strahlung sicher was ;).

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      2. Jahresrezept für die Pille. Bei uns in Deutschland kannst du froh sein wenn du bei guter Führung (regelmäßiges Gynäkologen Check-Up) ein halbjahres Rezept bekommst.
        Bin echt froh das mein Mann Arzt ist und er mir die Pille so verschreiben kann. Geh aber trotzdem mindestens 1x pro Jahr zum Arzt. Mein Job in der Gynäkologie hat mich eines besseren belehrt als diesesThema ZU locker zu sehen.

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        1. Richtig lustig wird’s erst in den Niederlanden – hier bekommt Frau die Pille des Öfteren vom Hausarzt, auch als Raucherin, einfach so. Frauenärzt besucht man, wenn man Probleme hat oder ein Kind erwartet. Ich gehe nach wie vo in Deutschland alle 6 Monate zur Vorsorge..

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  2. Ich geb ja zu, dass die Pillenzeit bei mir etwas länger her ist, da ich aufgrund persönlicher Risikofaktoren wie Diabetes und Rauchen lange per Spirale verhütet habe. Aber ich meine mich erinnern zu können, dass es früher die Pille in D auf Rezepten mit der Aufschrift „Repeteatur bis“ (oder so) gab, so dass man auf ein Rezept drei Mal die Pille holen konnte. Das waren immer Privatrezepte, die dann auch nicht zur Krankenkasse gingen- insgesamt war man dann alle dreiviertel Jahr mal beim Arzt, um ein Folgerezept zu erlangen. Klar hängt es dann von der Arbeitsweise des Docs ab, ob konkret untersucht wird, oder ob er im Vorbeirauschen mal eben das vorbereitete Rezept unterkritzelt. Aber nach dem ersten Schlaganfall einer Freundin, die damals noch keine dreißig Jahre alt war, hat sich die Untersuchungswilligkeit bei uns allen doch rapide erhöht… Also klar: Medikament, Nebenwirkung -> nur nach Verordnung und unter ärztlicher Kontrolle. Was für mich klar moralisierend-urteilendes Verhalten der Mediziner ausschließt.

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  3. Ich sehe das auch so. Verschreibungspflichtige Medikamente mit Rezept vom Arzt ausser in Notfaelle, wie Mia schon vor mir geschrieben hat wie z.B. Arzt im Urlaub oder was auch immer.

    Ich muss sagen ich bin, als ich noch in Deutschland gelebt habe, auch alle 6 Monate zum Frauenarzt gegangen, waehrend ich gereist bin allerdings nur 1x in Neuseeland und seit cih in Finnland bin auch erst 1x – was ich in Deutschland gut finde ist, dass die Vorsorgeuntersuchung von Krankenkassen bezahlt wird – hier oben ist das leider nicht so und so muss man fuer jede Kontrolle beim Frauenarzt einige EUR hinblechen. Da ist es kein Wunder, dass das abschreckt und man nicht so haeufig geht.

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    1. Ich finde es auch komplett in Ordnung, daß die Pille verschreibungspflichtig ist und man verschreibungspflichtige Medikamente nicht einfach so beziehen kann. Bei einer Dauermedikation und in Notfällen finde ich es gut, wenn die Stammapotheke oder die Praxisangestellte ausnahmsweise einen Vorbezug einer kleinen Überbrückungsdosis authorisieren könnten… wobei ich auch sagen muß, daß ich, wenn es mir so wichtig wäre, notfalls für ein Rezept auch einfach in die Notaufnahme fahren würde. Ich gehe aber davon aus, daß ich so dringende Medis wahrscheinlich immer rechtzeitig auf regulärem Weg holen würde, so daß das nicht notwendig ist.

      Im Urlaub (Australien) hatte ich mal den Fall, daß der Rückflug verschoben wurde und ich keine Pille mehr hatte (nahm sie insg. 1.5 Jahre gegen Regelschmerzen, hormonelle Beeinflussung durch Medikamente fand ich nicht so toll und habe sie danach abgesetzt), und da habe ich einen mitreisenden Arzt gebeten, ob er mir nicht ein Rezept ausstellen könnte. Hätte ich ihn nicht getroffen, wäre ich aber wohl einfach dort zu einem Arzt gegangen…

      Als ich die Pille noch nahm, fand ich es sehr lästig, daß es nur drei Monatspackungen je Rezept gab (ausgenommen vor langen Auslandsaufenthalten, dann einmal sechs Monate), obwohl ich kein problem damit habe, i.d.R. ein- bis zweimal pro Jahr zur Gynkontrolle zu gehen. Ich sehe da unten drinnen schließlich nichts und was ich nicht selbst kontrollieren kann… da muß eben jemand anderes ran. ;-)
      Damals bekam ich die Pillenkosten aber vom Sozialdienst der Uni erstattet, nur mußte man eben jedes Mal mit Rezept und Einkommensnachweis einen Stempel holen gehen… DAS war mir lästig!

      Wie oft „Frau“ zum Gyn geht, muß sie natürlich selbst wissen. Ich hätte keine Panik, wenn ich eine Kontrolle vergessen würde, aber ich finde es auch nicht schlimm, einmal jährlich (bei Beschwerden natürlich öfter) dort vorstellig zu werden. Zur Prophylaxe beim Zahnarzt gehe ich schließlich auch regelmäßig (Letzteres selbstbezahlt, ist schon happig aber wichtig), das ist mir eine Investition in meine Gesundheit wert.

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      1. Jo eben, ich finde nicht, dass es soviel Zeit frisst einmal oder zweimal im Jahr vorbei zu gehen.

        Welche Ärzte besucht man denn regelmäßig?
        Bei mir wären das eigentlich nur FA und Zahnarzt.
        Mein Hausarzt sieht mich, wenn ich was habe. Manche Leute müssen noch zum Hautarzt oä, aber das ist dann ja schon wieder nicht das Norm.
        Zwei Ärzte, d.h. zwei-vier Besuche im Jahr insgesamt finde ich nun eigentlich nihct so wild und das ist mir meine Gesundheit wert.
        Wie oft gehen wir zum Friseur (frisst auch Zeit und tun wir nur damit wir gut aussehen und nicht damit wir gesund bleiben, ne? ;) ), wie oft ist sonstwas wsa nicht wirklich relevant wäre. Doch ja, das ist mir meine Gesundheit wert.
        Und nein, ich bin kein Hypochonder. Ich bin auch nicht besorgt wg. dem und dem und was könnte nicht alles sein. Das ist für mich eine ruhige Kontrolle, mehr nicht. Die 4-6h im Jahr sind es mir wert.

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  4. Ich habe selber mal bei einer Gynäkologin gearbeitet. Bei uns wurden die Rezepte für Pille auch so aufgeschrieben wenn die Patientin in regelmäßiger Behandlung war. Also regelmäßig zur Krebsvorsorge 1x im Jahr kam. Dabei war es egal ob sie vor oder in 2 Monaten den Termin beim Arzt hat.

    Ob die Apotheken hier in Deutschland mit notwendigen Rezepten hier ebenso verfahren dürfen wie ihr in der Schweiz weiß ich nicht, glaube aber fast nicht. Mir ist es mal passiert das mir meine Tabletten gegen die Epilepsie ausgegangen sind. Hatte leider das Pesch das der Arzt und leider die Apotheke meines Vertrauens auch noch Urlaub hatte und ging also mit der leeren Packung zur nächsten Apotheke. Die haben sich jedoch strikt geweigert mir irgendwie zu helfen. So mußte ich einen Tag komplett ausfallen lassen und konnte erst am nächsten Tag bei einem Vertretungsarzt ein Rezept holen.Wenn eine Apotheke jemanden aber kennt, weils die Stammapotheke ist dann gibt sie die Medikamente auch mal so ab, zumeist Teile davon und gibt dann den Rest raus wenn das Rezept nachgereicht wird.

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    1. Auf deine Frage, ob die Apotheken in Deutschland das auch dürfen: Nein, dürfen sie (leider) überhaupt nicht. Was ein Mist ist in so einem Fall wie deinem mit den Antiepileptika.
      Was mich nur wundert: deine Stammapotheke hatte Urlaub??

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      1. Ja, das geht in begründeten Fällen schon in Deutschland. Solange genügend andere Apotheken in der Nähe dienstbereit sind, kann man so eine komplette Schliessung seiner Apotheke bei der zuständigen Apothekerkammer beantragen – gibt die dem Antrag statt, darf die Apotheke für diesen Urlaub komplett schliessen (allerdings weiß ich nur, dass das geht, selber erlebt habe ich das auch noch nie. Musste nur einmal einen Notdienst verlegen – das war schon kompliziert genug :) )

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        1. Hehe, wußte gar nicht das „Urlaub“ für die Apotheke so kompliziert ist. Hab das bis dato für selbstverständlich genommen. Und ja meine damalige Stammapotheke lag mitten in der Stadt, mit anderen Worten da gab es noch genügend andere Apotheken zu denen man hätte gehen können, aber keine kannte mich.

          Mir fällt grad ein: Bei uns in der Stadt gibts einen Stadtteil in dem sind auf 200m verteilt mindestens 5-6 Apotheken. Bei denen dürfte der Urlaub wohl auch kein Problem sein

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  5. Da gab es in D lange Diskussionen, ob man auch dann Praxisgebühr zahlen muss, wenn man nur die Pille holt- mit dem Ergebnis: Ja, man (oder in diesem Fall dann ja frau) muss. Sprich, Frauen, die ansonsten nicht zum Arzt müssen, weil sie komplett gesund sind, zahlen dann 2x im Jahr einfach mal die 10€. Bei einem der Besuche wird immerhin noch der Abstrich zur Krebsvorsorge gemacht und je nachdem, wie großzügig der Arzt oder die Ärztin das handhabt, auch noch die Brust abgetastet- Vorsorge, die sinnvoll ist, die Kasse aber im Falle des Tastens bei jungen Frauen (die ja meist diejenigen sind, die die Pille nehmen) nicht zahlt.
    Richtig teuer wird es dann, wenn Frauen einfach nur auf die richtige Pille eingestellt werden sollen und es deswegen nur Dreimonatsrezepte gibt. Dann steht man u.U. jedes Quartal in der Praxis und zahlt dann eben auch 40€. Macht die Pille schnell zu einem teuren Vergnügen, ganz davon abgesehen, dass wir in D etwa ein Drittel mehr für Verhütungsprodukte zahlen als zB die Niederländer. Das führt dazu, dass sich teilweise niederländische Apotheken auf deutsche Kundinnen spezialisiert haben, denn die Niederländer brauchen nur ein Erstrezept, danach darf dann ohne rausgegeben werden. Entsprechend orientierte Apotheken verschicken dann nach Deutschland.
    Ein Irrsinn…

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    1. … wenn das alles ist, was ihr zahlen müsst, kommt ihr doch noch günstig weg. Lies mal oben, wieviel ich zahlen muss hier.

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      1. Ja, nur dass ihr „erst mal“ selbst zahlt- und soweit ich weiß, wird das dann hinterher doch komplett erstattet!?
        Die Praxisgebühr wird im Normalfall jedoch nicht erstattet, sondern ist einfach weg. Quasi eine Zusatzgebühr dafür, dass ich tatsächlich zum Arzt gehe. Und wenn ich bedenke, wieviel meines Gehaltes direkt die Krankenkasse einstreicht… nun ja, ich denke besser nicht darüber nach.

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        1. Nö, in den meisten Fällen zahlen wir das einfach, Punkt. Die Krankenkasse zahlt erst ab dem Moment, wenn die Gesamtgesundheitskosten 300 Franken im Kalenderjahr übersteigen. Um die Krankenkassenprämien (=-beiträge) zu verringern kann man diese sogenannte Franchise jedoch auf bis zu 2500 Franken anheben. Und dann sind bis zur Erreichung einer weiteren Grenze trotzdem noch 10% der Kosten selber zu tragen. Ohne teurere chronische oder akute Krankheit bekommt man aus der Grundversicherung gar nichts — aber das ist ja die Idee bei einer Versicherung.

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          1. Leider gibt es in Deutschland aber noch die sogenannten IGEL-Leistungen. Die können schon mal ganz schön ins Geld gehen. Bei mir war mal der Fall das meine Frauenärztin ein kleines Knötchen in der Brust tastete und sie meinte sie würde gerne einen Ultraschall machen um ganz sicher zu gehen. Das bedeutete für mich mal eben 50€ bezahlen. Wäre das Knötchen ein Knoten gewesen, hätte es einen begründeten Verdacht gegeben und ich wäre evt. umsonst davon gekommen. Festgestellt wurde Gottseidank nur eine kleine Zyste und nach 2maliger Kontrolle (die dann wegen Diagnose umsonst waren) war die dann auch verschwunden. Wenn meine Ärztin nicht zufällig auch meine ehemalige Cheffin wäre würde ich auch den vaginale Ultraschall bezahlen müssen. So aber bekomme ich ihn aus alter Freundschaft umsonst.

            Aber letztendlich gibt es in allen Fachbereichen viele IGEL-Leistungen für Untersuchungen, die in vielen Fällen sinnvoll oder nötig sind, aber in den meisten Fällen von keiner Kasse übernommen werden.
            Mein Mann hat sich beim Zahnarzt letztens die professionelle Zahnreinigung machen lassen. Ich halte diese Sache zumindest für sinnvoll, doch der ganze Spaß hat ihn mal eben 90€ gekostet.

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    2. Also falls die Brustuntersuchung nicht generell mit dazugehört, würde ich den Arzt wechseln. Es ist ja nicht so, dass das ewig dauert oder großartig umständlich ist …

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      1. Stimmt, und ich habe auch darauf geachtet, dass das mitgemacht wird- aber es gibt durchaus Ärztinnen und Ärzte, die es nicht machen, weil sie es schlichtweg nicht bezahlt bekommen und man mit der An- und Auszieherei also 5 Minuten länger da ist, in denen man nichts einbringt.

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        1. … Verrückt. Aber ich hab schon öfter ähnliche Stories gehört (Frauenarzt kann ja ohnehin sehr lustig sein) … Anscheinend hab ich mir ne richtig gute Ärztin ausgesucht :D

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    3. Werde PP!

      Musst nur lang genüg über 4 Riesen im Monat verdienen ;-)
      Oder Bemte werden. Aber die dann darf man sich mit der zickigen Beihilfe rumschlagen….

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  6. Da ich in Deutschland wohne, gehe ich auch alle sechs Monate zur Frauenärztin und bekomme dann mein neues Rezept.

    Dass die Pille verschreibungspflichtig ist, finde ich voll in Ordnung – denn ich bin zwar Nichtraucherin, aber ich nehm die Pille jetzt seit fast 11 Jahren (bin 24, werde 25) und da ist mir das schon lieber, von wegen Thromboserisiko und anderer Nebenwirkungen …

    Als „Schikane“ würde ich das auf keinen Fall bezeichnen. :)

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  7. ich habe auch jeweils ein „dauerrezept“ für 1 jahr. wie machst du das denn mit den 1 1/2 jahren, pharmama? verhütest du im moment nicht? ;-)
    allerdings habe ich mein rezept bei „meiner“ apotheke geparkt, komischerweise sehen sie meistens gar nicht im system nach, ob dem wirklich so ist.. das hat mir das letzte mal wahrscheinlich den arztbesuch herausgezögert, ich glaube nämlich, das jahr ist bereits wieder um.

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    1. Ja, wie mache ich das nur? :-) Ist ja nicht so, als ob wir bei uns in der Apotheke keine der Pillen, die ich brauche an Lager hätten ….
      Nein: ich diskutiere das bei der Kontrolle mit der Frauenärztin und wenn sie fragt, ob ich ein Rezept brauche … kann ich einfach „nein“ sagen. Sie weiss ja, dass ich in einer Apotheke arbeite.

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    2. „verhütest du im moment nicht?“

      Nur so nebenbei: Es gibt auch andere Verhütungsmittel als die Pille.

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      1. Merci. Ich werde auch immer blöde angeschaut wenn ich sage, dass ich keine Pille nehme:
        „Ja wollen Sie denn noch mehr Kinder?“
        „Ähm, Nein, aber mir reicht mein Thermometer und für die fruchtbare Zeit Kondome um zuverlässig zu verhüten“(vereinfacht ausgedrückt)

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  8. Bezüglich der „Pille“ kann ich kaum mitreden. Ich finde es das beste Verhüẗungsmittel, das es gibt- aus dem einfachen Grund, dass es ALLES verhütet, oftmals sogar den Sex:) Jedenfalls war das bei mir so …… keine Lust auf irgendwas …… Mirena war die Lösung bis dann durch die Vasektomie bei meinem Mann die endgültige Lösung kam.

    Zum Thema: Finde es grundsätzlich gut, dass es ein Rezept braucht für die „Pille“.
    In der Apotheke meines Vertrauens bekam ich auch schon mal Mefenacid ohne Rezept. Ich konnte damals darlegen, dass ich beim Zahnarzt in Behandlung war und nach der Entfernung des Weisheitszahns das Gefühl hatte, dass ich vom „letzten Mal“ noch Medi zuhause hatte. Diese reichten dann aber nicht aus und ich war wirklich froh und dankbar, dass ich in der Apotheke so rasch und unbürokratisch Hilfe bekam!

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    1. @Ellen: – Ich dachte schon ich wär die einzige, der das so ging;-) Ich habe jahrelang mit der Pille verhütet und mir gings wie Dir: bei mir hat sie auch alles, wirklich alles verhütet – allein deshalb hätt ich sie mir eigentlich sparen können;-)

      Aus gesundheitlichen Gründen musste ich die Pille dann absetzen, denn es gibt sie wirklich, die Nebenwirkungen.
      Allein deshalb finde ich es wichtig, dass es die Pille nur auf Rezept gibt – und allerhöchstens in den schon genannten Ausnahmen in einer Klein-Packung auch so.
      So harmlos ist das Zeugs nicht – wenn diejenigen, die sich beschweren, nur wüssten, was sie sich unter Umständen damit antun, dann würde kaum jemand von ihnen noch die Pille nehmen.

      Das Auto geht regelmässig zum TüV, in die Werkstatt, wird gepflegt usw., das ist gaanz wichtig, aber eine Vorsorge für einen selbst? Sich selbst was Gutes tun? Ich verstehe nicht, wie einem die Gesundheit so egal sein kann. Eine Vorsorge beim Frauenarzt ist doch fix gemacht, Kasse zahlt (in Deutschland), kurz in die Praxis, einmal oder zweimal im Jahr durchchecken lassen – fertig – mit Hypochondertum hat das nichts zu tun.
      Ich vermute, solche Leute, die sich beschweren, haben generell ein Problem mit dem Thema Verantwortung, Regeln usw.

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      1. @Andrea: ich schaetze, es handelt sich auch von Kultursache. Wie oft gehen Sie zum Zahnarzt? Ist es einfach fuer Deutsche einen Frauenarzt- oder Zahnarzttermin zu vereinbaren?
        Im oeffentlichen Dienst, in Italien, ruft man heute an und muss man laaaaange warten (in manchen aerztlichen Branchen auch mehrere Monaten); waehrend im Privaten kriegt man einen Termin frueher. Das kostet…
        Es waere schoen, wenn man es einfacher machen koennte

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        1. @Perennemente Sloggata
          Ja, ich denke, das könnte sehr gut auch eine Frage des System des Landes sein, in dem man wohnt.
          Hier in Deutschland ist es recht einfach, einen Frauen- oder Zahnarzttermin zu bekommen. Ich denke aber, dass es auch von der Region abhängt, in der man wohnt.
          Bei mir in der Stadt geht es schnell – innerhalb 3-4 Wochen habe ich einen Termin beim Frauenarzt oder Zahnarzt. Der Zahnarzt hat ein sogenanntes Recall-System, so dass man nach 6 Monaten automatisch daran erinnert wird, den nächsten Vorsorgetermin zu vereinbaren.
          Auch die Fachärzte, z.B. Hautärzte oder Orthopäden, haben hier in meiner Stadt kurze Wartezeiten.
          Ich kann mir vorstellen, dass es auf dem Dorf schwieriger wird, da dort ja weniger Ärzte sind und man eventuell ganz schön weit fahren muss, um den nächsten Arzt zu erreichen.

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        2. jetzt habe vergessen, Dir auf eine Frage zu antworten:
          ich gehe 2 mal im Jahr zum Zahnarzt zur Vorsorge. Von der Krankenkasse habe ich ein Bonusheftchen, wenn ich regelmässig zur Vorsorge gehe, bekomme ich bestimmte Leistungen wie eine Zahnkrone – falls ich sie brauchen sollte, kostengünstiger bzw. teilweise sogar ganz kostenfrei.
          Gruss Andrea

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          1. Liebe Andrea,
            danke fuer die Antwort! In Italien funktioniert mehr oder weniger so:
            ich hab‘ Zahnschmerzen (nehmen wir Zaehne als Beispiel, aber es ist gleich fuer Frauenprobleme usw), gehe zu meinem Familienarzt und er verschreibt mir, zum Zahnarzt (oeffentlicher Dienst) zu gehen. Es dauert manchmal lange (es haengt wahrscheinlich auch davon ab, wie wichtig das Problem ist) aber ich bezahle ein Ticket, das mir nicht zu teuer ist (kann man darueber schoen quatschen). Nicht ueberall ist der oeffentliche Dienst gut.
            Sonst rufe ich einen Privatzahnarzt an, und bezahle mir selber das Ganze. Das wird echt teuer.
            Das Einzige wo ich ein bisschen Geld zurueckbekomme (solange der liebste italienischen Premier – den ich nie gewaehlt habe – nichts schlimmeres entscheidet… schon etwas dieses Jahr gemacht!), ist bei der Steuererklaerung. Da darf man was abrechnen, aber in Italien gibt viel Schwarzarbeit.
            Es waere schoen, oft zum Arzt zu gehen, aber leider gibt es in Italien starke Arbeitsunsicherheit mit total bloeden Arbeitsvertraege und Italienern ist es immer schwerer sich alles leisten…
            Klar, fuer italienischen liebster Premier gab es bis letzter Woche keine Krise….

            (Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich nicht genug klar bin: es war sehr Lange her, dass ich nicht mehr soviel schrieb. Wenn ihr denkt, mir zu korrigieren, waere ich echt damit zufrieden)

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  9. Spätestens wenn frau mal Krebs hatte, wird sie regelmässig zum Arzt „müssen“. Wenn ihr ihre Gesundheit wichtig ist. Tippe mal, dass das in D genauso ist wie in CH oder A. Warum dann nicht schon im Vorfeld regelmässig (alle 6 – 12 Monate) zum Arzt gehen und eine Untersuchung durchführen lassen? Selbst vor meiner Krebserkrankung war es nie ein Thema für mich, nur alle Jubeljahre mal zum Arzt zu gehen (gut, dass ich an einen schlechten Diagnostiker geraten bin, ist Pech).

    Soll jede Frau selbst entscheiden. Aber bitte hinterher nicht den Arzt verklagen, weil er einen Tumor zu spät erkannt hat (weil man nur alle Zeiten mal zum Doc gehen mag. ist ja viel zu nervig, kostet Geld oder was auch immer).

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  10. Ich gehe in D einmal im Jahr zur Vorsorge und zusätzlich, wenn etwas nicht in Ordnung ist (aber ich habe meinen Körper auch ganz gut im Blick). Als ich noch die Pille genommen ahbe, war es aber auch kein Problem bei der Ärztin nazurufen und sich ein neues Rezept zuschicken zu lassen (das kam dann in die Abrechnung der Jahresvorsorge mit rein und gut wars).

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  11. Wir verhüten mit NFP und Kondomen, weil ich die Pille nicht vertrage, die Spirale keine Alternative für mich ist und eine sehr gute Körperwahrnehmung besitze. Sollte noch ein Baby zu uns kommen, werden wir das auch freudig annehmen – auch wenn es nicht geplant ist.
    Deswegen sieht mich die Gynäkologin nur noch einmal im Jahr zur Krebsvorsorge, die dann auch Kassenleistung ist. Als ich jahrelang versuchte, eine Pille zu finden, die ich vertragen kann, bin ich vierteljährlich zum Arzt gegangen.
    Ich war viermal schwanger – und in keiner Schwangerschaft ging es mir dermaßen übel wie mit der Einnahme diverser Antibabypillensorten.

    Diese Untersuchungen und der Abstrich sind zwar nicht wirklich schön, aber sinnvoll. Eine Freundin hat mal mit der Krebsvorsorge 3 Jahre lang geschlampt, weil sie ebenfalls ohne Pille verhütet, und dann hatte sie Pap IIID als Befund – noch kein Krebs, aber trotzdem gruselig, wenn man noch nicht mal die 30 erreicht hat.

    Und weil meine Oma mit 65 Gebärmutterhalskrebs hatte, nehme ich dieses Vorsorgethema sehr ernst. Es gibt halt Dinge, da muss man konsequent sein. Und ich finde nicht, dass das etwas mit hypochondrischen Verhaltensmustern zu tun hat, denn ansonsten sehen mich die Ärzte eher selten außerhalb der üblichen Vorsorgetermine.

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    1. Seit wann braucht man eigentlich eine belastbare Entschuldigung, wenn man nicht die Pille? Und durch den Hinweis auf eine potenziell in Kauf genommene Schwangerschaft diskreditierst du unterschwellig eine sichere Verhütungsmethode — der Pearl Index von oralen Kontrazeptiva (Mikropille) liegt nämlich im gleichen Bereich wie eine Kombination aus symptothermaler Zyklusbeobachtung und dem zeitweisen Einsatz von Barierremethoden.

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      1. Keine Verhütungsmethode ist ohne Restrisiko ungewollter Schwangerschaften. Aus diesem Grund sollte man sich bei der Wahl der persönlich passenden Methode nicht nur allein auf den Pearl-Index und die Verträglichkeit eines Verhütungsmittels stützen, sondern auch mit einbeziehen, wie man mit einer möglichen ungeplanten Schwangerschaft umgehen würde.

        Mit Diskreditierung der einen oder anderen Methode hat das gar nichts zu tun. Höchstens mit einer (selbst)kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema und mit sorgfältigem Abwägen.

        Für viele ist die Pille das Mittel allererster Wahl – nur für mich ist sie es nicht und dazu stehe ich. Für andere ist NFP die passende Methode, aber auch nicht für jeden. Es ist doch toll, dass wir heute die Wahl haben, die für uns individuell beste Methode zu wählen.

        Ich frage mich ernsthaft, inwiefern ich Dir jetzt völlig unbeabsichtigt zu nahe getreten sein könnte, dass Du bei mir eine unterschwellige Diskreditierung der NFP wahrzunehmen glaubst, die aufgrund der Reaktionsstärke offenbar eine Herzensangelegenheit von Dir zu sein scheint.

        Genausowenig wie ich unter irgendeinem Druck zur Rechtfertigung meiner Methodenwahl stehe. Das hier war nur freie Meinungsäußerung, mehr nicht. Und dieses Recht auf eine (noch so falsche) Meinung gönne ich auch jedem anderen.

        Es erstaunt mich sehr, dass Du subjektiv offensichtlich was anderes zwischen meinen Zeilen zu erkennen glaubst, und ich möchte Dich recht herzlich um Entschuldigung bitten, falls Du Dich jetzt meinetwegen geärgert haben solltest.

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  12. zurück zum thema:

    rezeptpflichtig ist rezeptpflichtig, oder hab ich da was falsch verstanden? warum soll also die apotheke ein rezeptpflichtiges medikament ohne rezept abgeben können/dürfen/sollen?

    gerade die pille wird vielfach schon so sehr viel mehr als lifestyle-mittel gesehen statt als medikament, dass eine loslösung von der rezeptpflicht mir doch sehr gefährlich erschiene. kaum einen frau – es sei denn, sie hat schon entsprechend schlechte erfahrungen gemacht – ist sich darüber im klaren. es ist einfach praktisch. eins am tag, und nix kann passieren. dass die einnahme der pille einen massiven eingriff in den hormonhaushalt bedeutet nehmen die meisten gar nicht mehr wahr, ebenso wird gerne vergessen dass eben wegen dieses eingriffes in die hormonfunktionen eine menge anderer körperhaushaltsfunktionen ebenfalls beeinflusst werden.

    im ureigensten interesse eines jeden patienten jedoch liegt es, hausärzte, fachärzte und apotheken nicht nach lust und laune zu wechseln, und ebenso jedem arzt immer alles über alle angewendeten medikamente und mittel (ja, auch naturheilkundliche, homöopathische, etc.) und alle erkenntnisse über etwaige unbeabsichtigte oder unangenehme wirkungen (ja, auch wenn sie im beipackzettel stehen) mitzuteilen, und zu kontrollieren ob der arzt bzw. die apotheke auch entsprechend meldung gemacht haben.

    nur dann ist es sinnvoll, dass eine apotheke auch einmal einen vorbezug – aus welchen gründen auch immer – leistet. die pille z.b. gibt es in drei-monats-packungen, wenn der arzt nur für einen monat verschrieben hat, dann hat das vielleicht einen grund? und dass man nicht schwanger werden möchte: daran denkt frau doch immer? zumindest einmal täglich, wenn sie die pille nimmt?

    natürlich kann man einmal eine packung medikamente versehentlich in die volle badewanne fallen lassen, oder ähnliches. aber wie oft passiert das schon? ist man dann in der apotheke bekannt, und bezieht man seine dauer-medikamente immer über dieselbe apotheke, wird man auch keine probleme haben im notfall ein medikament – besonders eines, das wie die pillel regelmässig genommen werden muss – auch ohne rezept zu bekommen. weil die apotheke ja nachschauen kann wann man das letzte rezept eingelöst hat, und sich ergo ausrechenn kann wie lange man mit der rezeptierten menge das auslangen gefunden haben kann.

    und seien wir uns doch ehrlich: friseur/nagelstudio/sonnenstudiotermine und -urlaube werden von den meisten frauen viel weniger leicht vergessen als arzttermine. gemeinerweise wissen das auch die apotheker.

    ansonsten würde ich um apotheken, die „einfach so“, oder weil man als unbekannte eine hübsche geschichte erzählt, die pille abgeben einen bogen machen. und zwar wegen meiner eigenen sicherheit.

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  13. So, wie ich das verstanden hab, muss man für die reine Vorsorge auch nicht die 10 Eurp Praxisgebühr bezahlen, oder? Das beinhaltet dann aber auch, dass man keine weiteren Fragen stellt, ein beratendes Gespräch ist dann auch nicht drin.

    Die Vorsorge finde ich wichtig, schon allein, weil es in meiner engeren Familie mehrere Krebsfälle gab.

    Wenn ich jeden Arztbesuch erstmal selber zahlen müsste, könnte ich gar nicht mehr zum Arzt gehen, denn ich hab selber kaum Geld. Ich find schon die 10 Euro immer recht viel und muss rechnen, ob ich mir das leisten kann.

    Die Pille nur auf Rezept finde ich sinnvoll, man sollte einfach eine vernünftige Anamnese machen, bevor man die verschreibt. Zum Beispiel mal die Krankheiten abfragen, bei denen die Pille kontraindiziert ist und fragen, wie es denn aussieht mit Thrombosefällen in der Verwandschaft. Ich kenne eine, die eine Thrombose bekommen hat, das war nicht schön.

    Was die Pille selbst angeht- was bin ich froh, dass ich den Scheiß los bin. Es ist halt doch ein Medikament, und Medikamente können Nebenwirkungen haben, und nicht nur eine. Hormonelle Verhütung kommt für mich nicht mehr infrage.

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  14. Die Pille auf Rezept ist schon in Ordnung. Doof ist es nur, wenn der eigene Arzt Urlaub hat und man das Rezept brauch. Ab zum Vertretungsarzt und dann bekommt man sie nur für einen Monat… So etwas finde ich dann doch sehr umständlich. Ich versteh auch ehrlich gesagt nicht, wieso der Vertretungsarzt diese nicht auf min. 3 monate herausgeben darf oder gar für 6?!

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  15. Ich bin der Meinung, die Pille sei in jeder Hinsicht ein Arzneimittel und damit sollte man sich verhalten. Der Apotheker uebernimmt oft grosse Verantwortung, uns Kunden zu helfen.
    In Italien geht man zum Frauenarzt, wie und wann man braucht, auch weil man normalerweise den Besuch selbstbezahlt: weniger als 50 Euro habe ich nie bezahlt. Man koennte auch den Oeffentlichen Dienst ausnuetzen, nicht soviel bezahlen (Vergessen, wieviel), aber man muss oft lange warten.
    Zum Glueck gibt es in einigen Staedten, manche Projekte Familien-Beratungsstellen, woran man sich wenden kann.

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