Abend-Unterhaltung

Junior liegt neben mir im Bett, während ich ihm etwas vorlese. Auf einmal unterbricht er mich: „Hast Du da ein Loch im Ohr? Blutet das?“

und zieht mir leicht am Ohrring.

„Ja, das ist ein Loch – und nein, das blutet nicht – das macht auch nicht weh.“

Junior: „Darf ich mal schauen?“

Pharmama: „Soll ich den Ohrring wegnehmen?“

Junior: „Ja.“

Ich nehme ihm weg, Junior schaut sich mein Ohr-Ring-Loch genau an.

Junior: „Und wieso hast Du ein Loch im Ohr?“

Pharmama: „Das ist für die Ohrringe, damit die halten. (Ich zeige ihm, wie ich den Ohr-Stecker wieder reinmache). Das ist Schmuck – das sieht gut aus, oder?“

Junior: „Jaaa ….“

nach einer Weile: „Ich will auch Ohrringe!“

Pharmama (vorsichtig): „Vielleicht später … und vielleicht nicht gerade in beide Ohren? Männer haben meist nur einen Ohrring.“

Junior: „Ich will aber zwei – wie Du!“

Pharmama: „Na gut … aber damit warten wir noch, okay?“

Junior: „Aber warum?“

Pharmama: „Was denkst Du denn, wie die Löcher in die Ohren kommen?“

Junior: „Weiss nicht.“

Pharmama: „Die werden gestochen.“

Junior: stumm, aber mit grossen Augen.

Pharmama: „Und das macht im Moment schon etwas weh. Darum warten wir lieber, bis Du etwas grösser bist – okay?“

Junior: „Okay.“

Pharmama: „Soll ich jetzt weiterlesen?“

Junior: „Ja.“

(Ich bin so eine manipulierende Mama).

22 Antworten auf „Abend-Unterhaltung

  1. Find ich gar nicht, ich find das nur ehrlich. Wenn er dann irgendwann immernoch einen Ohrring will (oder zwei), dann weiß er nicht nur die Hälfte der Geschichte und kann sich überhaupt erst entscheiden :)

    (Ich hätte bspw. so gar kein Problem damit, wenn unsere Mädels Ohrlöcher haben wollten – mein eigenes Gesicht ist ja schon etliche Male durchstochen, ich bin also nicht so zimperlich – aber ich habe ihnen auch ganz deutlich gemacht, dass die Löcher nicht reingezaubert, sondern mit einer Nadel gestochen werden und dass das für einen Moment auch etwas weh tut. Jetzt wollen sie erstmal doch keine mehr und ich weiß, dass WENN dann doch irgendwann, dann wissen sie, wofür sie sich da entscheiden und erst dann ist es wirklich ihre Entscheidung und keine Manipulation mehr (von mir, von Freundinnen, die sie nachmachen wollen, von irgendeinem Rollenbild, wodurch auch immer))

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  2. Dein Kleiner ist echt goldig!
    Ein Ohrring bei Jungs kann aber im Kindergarten oder in der Schule echt falsch verstanden werden. Daher wäre ich da vorsichtig. Stichwort: falsches Ohr…

    Man werfe mir bitte keine Homophobie vor, davon bin ich weit entfernt. Aber Kindergartenkinder können grausam sein.

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    1. Diese Gratwanderung gehe ich täglich. Mein Sohn hat lange Haare, weil Papi die auch hat. Na gut, aber Papi ist einneunzig und trägt einen Bart, den hält keiner für ein Madchen. Meinen Sohn dagegen hält jeder für ein Mädchen, wirklich jeder. Bisher findet er das lustig, aber im Herbst kommt er in die Schule, mal sehen, wie das dann weitergeht. Immerhin konnte ich ihm ausreden, dass er einen rosa Schulranzen bekommt…

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  3. In den 80ern waren Ohrringe für Männer Mode, daher habe ich auch ein Loch. Ob ich damals dafür war oder nicht, kann ich mich nicht mehr erinnern, aber dass es für einen Moment weh tat. Es war so eine spezielle Pistole. Ich habe auch keine Ahnung mehr, in welchem Alter das war.

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  4. Ich habe meine Ohrringe erst sehr spät bekommen (verglichen mit meinen Freundinnen), ich war ziemlich sicher 11-12 Jahre alt.
    Auch würde ich heute keinem Kind unter 10 Jahren Ohrlöcher stechen lassen, da man nie weiß, wie das Kind darauf reagiert. Ich habe die gleiche Allergie wie meine Mutter, die dazu führte, dass ich, wenn ich bestimmte Ohrringe in den Ohren habe, diese nicht länger als ein paar Stunden tragen kann, weil mein Ohr dann anfängt zu eitern.

    Im Übrigen würde ich auch heutzutage dazu tendieren, Ohrlöcher ggf. im Piercingstudio stechen zu lassen. Denn auch wenn Kinderärzte sicherlich Ahnung von Krankheiten haben, sind die Pistolen doch sehr in die Kritik gekommen, weil sie nicht so gut zu reinigen sind. In guten – und das sind die meisten seriösen Studios – Piercingstudios werden dafür ganz sterile Nadeln benutzt, die nach dem Benutzen auch entsorgt werden, die Piercer wissen eigentlich auch immer genau was sie tun und setzten sich mit den Eltern auseinander, bzw. piercen erst gar nicht unter einem gewissen Alter. Was ich als Vorteil gegenüber z.B. Juwelieren sehe. Eine weitere Lanze sollte gebrochen werden: Wenn man sich später entscheidet, mal ein „richtiges“ Piercing (also kein einfaches Ohrloch ;) ) haben zu wollen, sollte man dafür auch am Ohr erst recht zum Piercer gehen, denn gerade Juweliere „stechen“ Helix- und ähnliche Piercings mit dem falschen Gerät und sorgen damit für unschöne Effekte am Ohr oder fiese Entzündungen.
    Zudem wissen Piercer meistens auch sehr genau Bescheid über die „Nachsorge“ von solchen „Verletzungen“. Auch mit schön einfachen Hausmittelchen.

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    1. Das mit der Allergie habe ich auch. Früher war in Modeschmuck – gerade in silbernem – oft Nickel. Da wurde dann mein Ohr dick und rot bis hin zum Eitern.
      In neuem Schmuck ist Nickel verboten, zumindest bei uns.

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    2. Geht mir übrigens auch so: Ich kann wirklich nur Gold oder Platin im Ohr vertragen. Silber oder irgendwelchen Billigschmuck gibt bei mir ganz schnell eiternde Ohrlöcher.

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  5. Ich habe mit 8 Jahren Ohrringe bekommen (geschossen, beim Juwelier) und meine Mutter hat vorher behauptet, es täte kaum weh, würde nur ein bisschen „zwicken“. Hat aber doch sehr weh getan! Und ich musste dann mithilfe eines Kuscheltiers zum zweiten Ohrloch überredet werden, weil ich mich nach dem ersten geweigert habe. Dann doch lieber gleich ehrlich sein :)
    (und lieber zum Piercer gehen als zum Juwelier – ist zwar teurer, aber dafür wird das Ohr mit einer scharfen Nadel (oder Kanüle?) gestochen statt ein stumpfer Ohrring durchgeschossen …)

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  6. Hm, meine Ohrlöcher sind geschossen worden, als ich 4 Jahre war oder so. Ich kann mich noch genau dran erinnern, wie ich da geweint habe, weil schießen viel schlimmer ist als Stechen!

    Ohrringe in beide Ohren sind eigentlich gerade für Männer wieder in. Aber dann in der Tunnel-Version ;) Ich finds schick, solange nicht zu viel Durchmesser!

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  7. Meine Schwester hatte immer Probleme mit ihren Ohrlöchern, die ganze Zeit am Eitern oder entzündet. Darum dürfen meine erst Ohrlöcher stechen, wenn sie auch alleine die Wunden versorgen können falls sie die gleichen Probleme bekommen.

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  8. Ich find Ohrlöcher auch für Jungs cool, aber im Kindergarten? Nee, muss nicht sein. Ich hab meine Ersten glaube ich mit ca. 8 Jahren bekommen, als ich mir sicher war, dass ich das auch will. Habe am Anfang nur gold- und Silberohrringe gehabt, weil keiner in meiner Familie was anderes vertragen hat. Ich schon- weiß ich heute. Tunnel finde ich aber schrecklich!

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  9. Ich hab mir die Ohrlöcher mit >18 schießen lassen. Mit Nadel konnte man das nicht machen lassen, ging eigentlich nur beim Juwelier. Weil ich es so eilig hatte, hab ich die chirurgischen Platzhalter zu früh entfernt, und so einen Modeschmuck reingepfriemelt. Gute Güte, das war ein Theater. Bis heute kann ich keine Stecker dauerhaft tragen, hängende Schmuckstücke noch viel weniger. Also sind sie beinahe zugewachsen. Den Magen hat es mir allerdings umgedreht, als ich einer meiner kleinen Nichten mal die Ohrringe wieder anbringen sollte. Seither hab ich meine auch nicht mehr getragen…

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  10. Meine Mutter hatte es mir irgendwann mal strikt verboten, Ohrlöcher stechen zu lassen und da bin ich mit 16 selber zum Juwelier. So schmerzhaft war es nicht (nur ein Ohrloch), aber danach habe ich tatsächlich die Konfrontation mit meiner Mama gescheut und sie wieder rausgepfriemelt. Und als ich abends im Bett war, wieder rein. Dass das ohne Entzündung abgegangen ist, ist mir bis heute ein Rätsel. Meine Mutter hat es natürlich entdeckt (Mamas entdecken alles!) und hat nur einmal tief durchgeschnauft Das war´s.
    Und ich finde Dich gar nicht manipulativ- wenn so ein Gespräch beendet wird, ohne dass der Junior nachhakt, ist das genau richtig gewesen.

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  11. Ich habe mir Ohrlöcher auch erst mit 16 stechen lassen. Alle Mädels in der Schule hatten die zwar schon mit spätestens 6, aber meine Mutter hielt das für Kindesmisshandlung und hat mir Clips gegeben, die ich aber doof fand – ausserdem taten die erst recht weh.
    Mit 16 bot dann unser Juwelier das Ohrloch-Stechen bzw. -Schiessen auf einer Gewerbeschau an für den halben Preis. Dafür hatte man dann halt neugierige Zuschauer. Bei mir waren das einige kleine Mädchen mit ihren Eltern. Manche haben sich das mit den Ohrlöchern bei sich dann nochmals überlegt, als sie erfuhren, dass es doch etwas weh tut. Das „Schiessen lassen“ mit der Zange sieht auch nicht grad vertrauenerweckend aus…
    Ein Jahr später hatte ich mir dann noch zwei Ohrlöcher schiessen lassen, weil das grad „in“ war. Viel trage ich Ohrringe aber nicht – auch aus beruflichen Gründen. Mit Entzündungen hatte ich zum Glück nichts zu tun.

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  12. Hallo Pharmama,
    du bist doch nicht manipulierend. Das Ohrlochschießen (wie es mit dem – wohl besseren – Stechen ist, weiß ich nicht)
    tut doch TATSÄCHLICH etwas weh. Und Kinder „pfoteln“ doch sicher öfter mal mit dreckigen Händen an den Ohren rum ?
    Aber wenn du es in ein paar Jahren erlauben solltest, und Junior immer noch will, dann warum nicht zwei Löcher ? Rausnehmen kann man ja immer noch…

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  13. Ich wollte immer Ohrringe haben – alle kleinen Mädchen aus meiner Klasse hatten schließlich auch welche (und den Termin gerne auch zuuufällig so, dass sie 6 Wochen lang unmöglich zum Schwimmunterricht durften ;)) – aber meine Eltern habens mir streng und bei Strafe verboten.
    So mit… hmm… 11? 13? gabs dann einen Gutschein zum Geburtstag, da wollte ich aber nicht mehr. Die Hänseleien in der Schule wegen meiner großen und abstehenden Ohren haben mir auch so schon gereicht, da wollte ich durch den Schmuck nicht noch mehr Blicke auf mich lenken.
    Irgendwann mit 16 etwa hab ich dann ein Bild von einer jungen Dame mit einem Ring in der Unterlippe gesehen und wusste: DAS will ich! Papa drohte damit „den eigenhändig rauszumontieren und den Piercer zu verklagen“ wenn ich das tun sollte. Puh.
    Mit knapp 19 hab ich mich dann trotz Nadelphobie getraut, mich löchern zu lassen, immerhin konnte er mir ja nichts mehr verbieten.

    Natürlich fand ichs damals himmelschreiend ungerecht, aber dein Junior ist wie alt? 5? *grübel* Und du hast es ihm ja nicht verboten, sondern ihn überzeugt, dass Stechen mit Schmerzen verbunden ist. Hast du gut gemacht! :)
    Den Tunnel-Trend find ich übrigens auch schrecklich. Löcher wachsen ja wieder zu und werden (fast) unsichtbar, aber Tunnel im Format einer Karotte?! Bäh.

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