Wunsch-Rezepte

Rezept (wie man sieht schon eine Weile her) – Computergeneriert, also lesbar, aber das ist schon das beste, was ich darüber sagen kann.

Erst mal war der Patient auf dem Rezept nicht identisch mit dem, der das dann eigentlich bekommen sollte, dann fehlen die Dosierungen  (die handschriftliche Ergänzungen sind von mir nach dem Telefonat)

Und was ist mit dem Nifedipin? – Das Mittel, das über Gefässerweiterung gegen hohen Blutdruck wirkt, gibt es bei uns in 20, 30, 40 und 60 mg … und alles Retard-Tabletten. Die sollte man nicht teilen.

Antwort vom Arzt: „Die Patientin hat das gewünscht, sie hatte das anscheinend schon einmal. Ich habe einfach aufgeschrieben, was sie mir gesagt hat.“

Hmm, offenbar sind die Medikamente, die der Arzt heute aufschreibt reines Wunschkonzert?

Ich habe das dann in Absprache mit dem Arzt nicht abgegeben. Er war sowieso nur der Ersatzarzt für ihren, der dort in den Ferien war und weder er noch wir hatten Unterlagen, dass sie das überhaupt schon einmal bekommen hat und in welcher Dosierung.

Ich vermute, dass sie es irgendwann einmal für die Akutbehandlung einer „Hypertonien Krise“, also eines plötzlichen sehr hohen Blutdrucks bekommen hat. Sie hat auch (andere) Blutdruckmedikamente und momentan ist der Blutdruck unter Kontrolle. Das muss also warten, bis ihr Hausarzt zurück ist.

3 Antworten auf „Wunsch-Rezepte

  1. Lausig, aber manchmal bin ich ganz froh über Ärzte, die machen, was man ihnen sagt :). Habe mir neulich eine Rhabdomyolyse eingebrockt (fragt nicht), und nach einem kolossalen Fuckup des Krankenhauses (lange Geschichte) mit anschließender Selbstentlassung über das Wochenende selbst behandelt. Da war ich schon froh, dass unsere Notfallambulanz sich überzeugen ließ, mir täglich Blut abzunehmen und es mir anschließend zusammen mit einer Überweisung ans Labor in die Hand zu drücken und mich von dann ziehen zu lassen. (Und darüber, dass das Labor mir ohne weiter zu fragen die Ergebnisse gefaxt hat …)

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  2. Ich finde es gerade bei Vertretungsärzten ganz angenehm, wenn die einfach mal aufschreiben was man ihnen sagt. Klar ist das vielleicht nicht hundertprozentig korrekt, aber die haben normalerweise meine Akte nicht und kennen mich und meine Vorgeschichte nicht. Wenn sie es ganz korrekt machen wollen, müssten sie z.B. sämtliche Tests nochmal selbst durchführen, dann bevorzugen sie vielleicht ein andere Medikament, auf das sie mich dann umstellen müssten etc. Das alles während dem doppelten Patientenaufkommen, und fürs nächste Rezept bin ich eh wieder bei meinem Hausarzt und bekomme mein altes Medikament. Ich kann verstehen, wenn die dann einfach fragen „was haben Sie denn sonst?“ und da dann ihren Stempel drunter setzten, im Vertrauen, dass der reguläre Arzt schon weiß, was er da tut.

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  3. „Erst mal war der Patient auf dem Rezept nicht identisch mit dem, der das dann eigentlich bekommen sollte“
    Hatten wir vor einer Weile auch, Molevac-Kautabletten für ein vierjähriges Kind. Auf Nachfrage bei der Kundin, ob wir vielleicht beim Arzt einen Austausch zur Suspension anfragen sollen, erklärte sie uns, das sei schon so in Ordnung. Ist auch gar nicht fürs Kind sondern für den Onkel, aber der ist ja erwachsen und dann „zahlt die Kasse das ja nicht“…

    „dann fehlen die Dosierungen (die handschriftliche Ergänzungen sind von mir nach dem Telefonat)“
    Das müssen traumhafte Zustände in der Schweiz sein! Hier dürfen wir in 90% der Fälle die Dosierung raten… Insbesondere bei Antibiotikasäften für Kinder immer wieder ein Vergnügen :(

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