Wie man die Apotheke abschafft – ein Modellbeispiel

Vor ein paar Tagen erreichte mich das mail eines Lesers, der in einem Kanton wohnt in dem die Ärzte selber Medikamente verkaufen dürfen: man nennt das hier Selbstdispensation (SD). Im Appenzell Ausserrhoden gibt es deshalb im ganzen Kanton noch drei Apotheken – für 20 Gemeinden.

Die Zustände für die Patienten sind da schon ziemlich tragisch. Aus dem mail:

„Die SD ist hier so stark verbreitet, dass die Apotheken keinen Notdienst mehr machen, das machen die Hausärzte. Wer nachts oder am Sonntag ein Medikament braucht ohne einen Arzt besuchen zu wollen oder müssen, der muss halt in einen anderen Kanton fahren. …

Nun bin ich nicht nur Patient bei einem Hausarzt, sondern (…) auch bei einem Psychiater. Der hat mir nun zum einschlafen Redormin verschrieben. Er hat mir dafür ein Rezept ausgestellt. Ja, ein Rezept. Er ist schliesslich Psychiater und nicht Hausarzt, somit ist er nicht verpflichtet eine Hausapotheke zu führen. Und deshalb tut er es auch nicht. Seine Begründung: das sei aufwendig und kompliziert, und deshalb überlässt er das den Kollegen die das gelernt und Pharmazie studiert haben.

Ich fahre also mit dem Rezept in die Apotheke. Die Apothekerin sagt mir dass sie das Rezept nicht ausführen kann, weil sie das Medikament nicht an Lager hat, und es auch nicht lohnt das zu bestellen, weil sie zu wenig Umsatz bei dem Lieferanten machen.

Ihre Empfehlung war, dass ich entweder mit dem Rezept zu meinem Hausarzt gehe und das dort ausführen lasse. Wobei der Arzt wahrscheinlich eine Konsultation in Rechnung stellt, was ich für wirtschaftlichen Blödsinn halte, vor allem für die Krankenkasse und somit für die Allgemeinheit.

Alternativ könnte ich die Zeller Schlaf forte nehmen, was genau das selbe ist, nur – dass ich die selbst bezahlen muss. Das ist nun für mich ein wirtschaftlicher Blödsinn. Eine weitere Möglichkeit wäre nach St. Gallen zu fahren, oder es in einer Versandapotheke zu bestellen.“

Der Einsender des mails zeigte sich da tatsächlich verständnisvoller der Apothekerin gegenüber als ich das sein würde. Es ist klar, dass man nicht alles an Lager halten kann (Angebot und Nachfrage – und es gibt tausende Medikamente). Aber selbst wenn sie das Redormin nicht hat (an sich schon seltsam, da recht gängig, zumindest bei uns) – die Erklärung, weshalb das nicht besorgt werden kann ist für mich nicht begreifbar absolut unverständlich – UND dann noch den Patienten aktiv an die Branchenkonkurrenz, in dem Fall den selbstdispensierenden Arzt oder die Online-Apotheke weiterzuverweisen, finde ich mies. SO schafft die Apotheke sich grad selber ab!

Eine Zeitlang habe ich vermutet, dass es sich dabei nicht um eine Apotheke sondern „nur“ um eine Drogerie handelte – dass sie deswegen das freiverkäufliche Produkt an Lager hatte, aber nicht das kassenpflichtige. Oder dass die Apotheke einen Weg suchte, dass der Patient das Mittel selber bezahlt – weil sie nicht mit der Krankenkasse abrechnen kann oder will. Ich habe versucht von der Apotheke eine Aussage dazu zu bekommen – von den 3 angeschriebenen Apotheken hat eine geantwortet … und die war nicht diejenige, die der Leser aufgesucht hat. Auch sie hatte keine Erklärungen für das Verhalten.

Die Apotheken haben es im momentanen wirtschaftlichen Umfeld nicht leicht. Als nur Medikamenten-Abgabestation (vor allem für rezeptpflichtiges) kann man nicht mehr überleben als Apotheke, vor allem in einem SD-Umfeld. Aber diese „Grundaufgabe“ … sollte man ja trotzdem weiter erfüllen können. Oder?

26 Antworten auf „Wie man die Apotheke abschafft – ein Modellbeispiel

  1. da seid ihr Schweizer schon krass drauf – in D ist jede Apotheke VERPFLICHTET das rezeptierte Medikament X zu liefern.
    Tut sie das nicht, kann es heftigen Ärger geben…

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    1. Bei uns gibt es keinen Versorgungsauftrag wie in Deutschland. Trotzdem … Medikamente zu besorgen gehört zur normalen Arbeit der Apotheke.

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  2. und – kanst Du Dein rezeptiertes Medikament nicht in Deine Apo bestellen? Die spinnen ein bisschen, die Schweizer…

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  3. Die Aussage „…und es auch nicht lohnt das zu bestellen, weil sie zu wenig Umsatz bei dem Lieferanten machen.“ verstehe ich nicht. Ist das nicht im normalen Grosshandel verfügbar und nur beim Hersteller bestellbar? Wieder eine Besonderheit in der Schweiz?

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    1. Nein, das verstehe ich aus demselben Grund auch als Schweizer Apothekerin nicht. Wir bestellen nur sehr wenig direkt, das meiste über den Grossisten. Der hat das auch sicher an Lager – und selbst wenn sie nur 1 Bestellung täglich machen, statt der üblicheren 2 … nein, ich verstehe das auch nicht.

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  4. Wie ist das denn in den Gegenden in der Schweiz, wo es keine Apotheke gibt? Muss man da wegen jeder Packung Aspirin einen Arzt konsultieren?
    Und wenn man Abends um 21 Uhr normalen Durchfall bekommt: Geht man dann in der Schweiz in die Notfallambulanz, um sich eine simple Packung Imodium zu organisieren?

    Himmel, hier in Deutschland jammern die Hausärzte, dass sie zu viel zu tun haben und sie der Masse an Arbeit nicht mehr Herr werden. Und in der Schweiz ist den Ärzten offensichtlich verdammt langweilig, wenn da neben der Patientenbetreuung noch ausreichend Zeit für die ordnungsgemäße Führung einer Apotheke bleibt.

    Vom Korruptionsaspekt will ich ja gar nicht erst noch sprechen. Nix gegen die Schweiz, tolles Land, aber das sind ja bei Euch im Gesundheitssystem Zustände wie in der Dritten Welt.

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    1. „Muss man da wegen jeder Packung Aspirin einen Arzt konsultieren?“
      – theoretisch dann ja. Ausser man findet eine Drogerie. Hier in der Schweiz haben die nämlich kürzlich die Erlaubnis bekommen auch apothekenpflichtige Mittel zu verkaufen (hier haben die Angestellten der Drogerien auch die nötige Ausbildung dazu und gehören auch zum Fachpersonal) …
      Und wenn man Abends um 21 Uhr normalen Durchfall bekommt: Geht man dann in der Schweiz in die Notfallambulanz, um sich eine simple Packung Imodium zu organisieren? -Ja. Oder eben Du suchst dir den Hausarzt mit Notfalldienst (und Hausapotheke).

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      1. Das spricht jetzt nicht unbedingt für das Thema Kosteneffizienz, wenn man wegen einer Ibuprofen oder einem Imodium einen Arzt konsultieren muss. Lass mich raten: Der stellt dann zwar nicht die 2 Franken Beratungspauschale in Rechnung, die ihr Schweizer Apotheker berechnen dürft. Dafür haut der aber mal eben 20 Franken für die Konsultation eines Arztes auf die Rechnung. Täusche ich mich da?

        Und wie ist das eigentlich im Urlaub geregelt? Hier in Deutschland dürfen Apotheken nicht mal eben wegen Urlaub drei Wochen ihr Geschäft schließen – wie das ein Metzger oder eben ein Arzt so darf. Hintergrund ist, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sichergestellt sein soll. Darf ein selbstdispensierender Arzt bei Euch seine Apotheke im Urlaub für drei Wochen schließen, so nach dem Motto: „Ist mir doch egal, wie die Leute in der Zeit an ihre Arzneimittel kommen?“

        Die Nummer mit der Drogerie finde ich für die Schweiz in Ordnung, da hier ein anderes Ausbildungsniveau gilt als in Deutschland. In Deutschland fände ich das nicht okay, da dort in einer Drogerie komplett ungelerntes Personal angestellt ist. Aber nachdem ich mir in Schweden wirklich schon mal Ibuprofen an der Tanke gekauft habe (das lag da direkt neben dem Hanuta)…

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    2. Bei uns in der Nordwestschweiz hat auch nur die Apo vom Unispital rund um die Uhr Bereitschaft, zum Einzugsbereich gehört der gesamte Halbkanton Baselland sowie Teile des Kantons Solothurn. Wer nicht bis nach Basel reinfahren kann/will geht dann zum diensthabenden Hausarzt oder in eines der Spitalambulatorien.

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      1. Da muss ich jetzt mal Werbung für die Notdienstbereitschaft der Apotheken in Deutschland in der Nacht machen :-) :

        Grob fährst Du hier in einer Kleinstadt mit etwa 20.000 Einwohnern durchschnittlich etwa 5 km bis zur nächsten diensthabenden Apotheke; an einem ungünstigen Abend fährst Du vielleicht 10-15 km.
        Selbst fallst Du auf dem plattesten Land wohnst, hast Du normalerweise im Umkreis von max. 20 km die nächste diensthabende Apotheke in der Nacht. An einem ungünstigem Abend sind das vielleicht noch 25 km.

        Und sogar auf einer deutschen Insel wie Helgoland mit 1200 Einwohnern liegt in der Nacht die nächste diensthabende Apotheke nur 2 km vom Wohnort entfernt – einfach, weil der dortige Apotheker verpflichtet ist, 24 Stunden Notdienst anzubieten.

        Das ist hier in Deutschland eine Sache von fünf Minuten, in der Nacht um 2 Uhr ein Medikament zu bekommen. Wegen einer Packung Imodium oder einer Packung Ibuprofen den diensthabenden Hausarzt oder gleich das Spital aufzusuchen ist hier in Deutschland … einfach absurd.

        Aber so ist das halt, wenn die Selbstdispensation den Ärzten erlaubt ist und es daher keine Apotheken mehr gibt… :-)

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          1. Das wird immer wieder behauptet, stimmt aber so nicht.
            Schau Dir bitte den folgenden Vergleich an (PDF, seriöse Quelle, die ABDA):

            In der EU kommen auf 100.000 Einwohner 31 Apotheken. In Deutschland kommen auf 100.000 Einwohner nur 23 Apotheken. In 18 der 28 EU-Länder gibt es mehr Apotheken pro 100.000 Einwohner verglichen mit Deutschland. In 9 der 28 EU-Länder gibt es weniger Apotheken pro 100.000 Einwohner – verglichen mit Deutschland.

            Und schauen wir uns doch mal diese 9 Länder an, bei denen die Apothekendichte noch geringer als in Deutschland ist: Vereinigtes Königreich, Niederlande und Österreich – alles Länder, in denen die Ärzte Selbstdispensation machen dürfen. Nur dass sie das in diesen Ländern wirklich nur dürfen, wenn es denn nun wirklich keine Apotheke mehr in der Nähe gibt.

            Hier in Deutschland freut sich bei jedem Ort der Bürgermeister, wenn eine Apotheke vor Ort ist – neben einem Arzt, einem Bäcker und einer Metzgerei. Stichwort: Versorgungssicherheit und Wohnortqualität.

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            1. „Hier in Deutschland freut sich bei jedem Ort der Bürgermeister, wenn eine Apotheke vor Ort ist – neben einem Arzt, einem Bäcker und einer Metzgerei. Stichwort: Versorgungssicherheit und Wohnortqualität.“

              Nur leider ist die Verteilung eher heterogen: in der Stadt ist der Quotient um einiges besser als auf dem Land.

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            2. Richtig. Die Apothekenquote ist in der Stadt deutlich besser als auf dem Land.

              Das ist aber keine Argumentation für die Selbstdispensation. Die Ärztequote ist nämlich in der Stadt ebenfalls deutlich besser als auf dem Land. Man kann sagen, in der Stadt gibt es zu viele Ärzte, auf dem Land gibt es zu wenige. Die Versorgung ist hier ebenfalls ungleich verteilt.

              Daher gibt es – wie schon erwähnt – in Deutschland Überlegungen, den Ärzten finanzielle Anreize zu bieten, auf das Land zu gehen. Und das finde ich übrigens durchaus richtig so, dass ein Arzt, der aufs Land geht, besser bezahlt werden soll als einer der in der Stadt arbeitet.
              Ebenso würde ich es richtig finden, dass eine Landapotheke durch die Krankenkasse besser bezahlt werden soll als eine Großstadtapotheke. Den Rest regelt dann der Markt.

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            3. Das mit der Marktregulierung hat im Gesundheitswesen nichts zu suchen. Wohin das geführt hat, kann man ja in Deutschland bestens beobachten.

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  5. Ich finde die ganze Sache irgendwie so komisch, dass es sich für mich nur ein Missverständnis oder eine Verwechslung handeln kann.
    In der Drogerie haben wir die kassenpflichtigen Zeller Produkte tatsächlich nicht an Lager, weil sie kaum verlangt werden und man dann schlussendlich darauf sitzen bleibt.
    Wenn ein Kunde eines verlangt, zeigen wir ihm, dass wir das identische freiverkäufliche an Lager haben und wenn er kein Rezept (mehr) hat, wird dies meist gekauft.
    Natürlich könnte ich auch jederzeit ein Redormin bestellen und über den Grossisten ist dies auch kein Problem. Da müsste er dann aber selber mit der Krankenkasse schauen, weshalb ich ihn in die nächste Apotheke schicke.
    AR ist da doch eh ein Spezialfall so dürfen dort doch die Drogerien schon seit einiger Zeit die Produkte der ehemaligen Liste C verkaufen und dann gibt es noch die nur im AR zugelassenen Produkte (von Burgerstein z.B.)
    Wenn ich um 21h plötzlich Durchfall bekomme, würde ich es erst mal mit Hausmitteln versuchen. Ein Imodium würde ich auch jetzt – wo ich das als Drogistin darf – nicht als erstes empfehlen. Vielleicht sieht es am Morgen schon besser aus und wenn noch weitere Symptome dazu kommen, ist es dann auch ein Fall für den Notfall/Hausarzt zwecks weitere Abklärung.

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  6. in der Schweiz haben Drogisten offenbar noch ein höheres Niveau.

    In D ist der Markt nahezu zu 100% von dm, Müller und Rossmann besetzt – die Mitarbeiter dort verdienen etwa 9,99 Euro in der Stunde. Ausbildung ist nicht nötig.
    Wartet nur – dm, Rossmann und Co. werden auch noch die Schweiz erobern…

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  7. @BayernChris

    Müller ist schon in der Schweiz. Aber im Gegensatz zu Deutschland arbeiten dort ausgebildete Apotheker. Und die ganzen Mittelchen und Tabletten gibt es nicht im Regal – sondern an der Theke mit Beratung. Genau wie in einer richtigen Drogerie oder einer Apotheke. Ist deshalb auch genau so teuer.

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  8. Mich stört die Formulierung „Branchenkonkurrenz, in dem Fall den selbstdispensierenden Arzt“, liebe Pharmama. Vor allem, weil es bei uns in der Gegend in erster Linie die Apos sind, die den SD-Ärzten immer mehr Umsätze streitig machen. Wir haben den Konflikt nicht angefangen!

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    1. Die Abgabe von Arzneimitteln ist Aufgabe einer Apotheke und nicht Aufgabe des Arztes. Von meiner deutschen Betrachtungsweise ist es völlig absurd, dass ein Arzt Arzneimittel abgibt. Ein Arzt kann sowas einfach nicht sauber durchführen. Von daher sehe ich nicht, wie die Apotheker hier in der Schweiz den Konflikt angefangen haben sollen.

      So etwas gibt es in Europa an und für sich nicht. Die Selbstdispensation durch Ärzte gibt es nur ausnahmsweise in echt schwach besiedelten Gegenden, damit die Leute an ihre Arzneimittel ran kommen.
      Ansonsten gibt es die Selbstdispensation, wie sie in der Schweiz üblich ist, echt nur in asiatischen Ländern – also in der „dritten Welt“.

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      1. Also bei uns in der Gegend waren es vor Jahren die Apos, die anfingen, bei den Hausärzten zu wildern.

        Man kann über die SD sicherlich diskutieren, aber bei ihrem Wegfall müsste uns schon eine gewisse Kompensation angeboten werden. Schliesslich machen Arzneimittel in vielen Praxen 50% vom Umsatz aus, da geht eine Menge bachab, wenn die SD abgeschafft wird.

        Und bei uns im Kanton Solothurn wurden wir Ärzte bezüglich des Umstandes, dass wir den schlechtesten TARMED-Punktwert der gesamten Schweiz haben, immer wieder vertröstet, dass wir doch auch eine sehr umfangreiche SD hätten. Wenn uns die nun genommen wird, wer und/oder was soll das ausgleichen?

        Meine Praxis würde beim Wegfall der SD ohne entsprechende Kompensation sofort pleite gehen.

        (Aber wahrscheinlich wird die SD sowieso hintenrum mit Trick abgeschafft – wenn die Mindestpreisbindung kommt, ist nämlich Essig mit SD. Und genau das will ja Herr Berset.)

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        1. Hier wildern halt nicht die Apotheken im Revier der SD-Ärzte, sondern die SD-Ärzte wildern im Revier der Apotheken.

          Wenn die Hausärzte in der Schweiz ohne SD nicht überleben können, läuft aber in der Schweiz grundsätzlich etwas falsch.

          In Deutschland gibt es auch das Problem, dass immer weniger Ärzte aufs Land ziehen und die Versorgungsqualität gefährdet ist. Hier versucht die Politik, für die Ärzte finanzielle Anreize zu schaffen, damit sie sich entschließen, auch eine Stelle auf dem Land anzunehmen.

          Und nichtsdestotrotz jammern die Ärzte hier, dass sie keine Zeit mehr für ihre Patienten haben, weil sie sich ständig mit fachfremden Dingen beschäftigen müssen. Die Hausärzte hätten in D schlichtweg keine Zeit für die Selbstdispensation.
          In der Schweiz haben die Ärzte anscheinend die Zeit, sich mit fachfremden Dingen zu beschäftigen, wenn sie da noch Medikamente abgeben und das sauber durchführen wollen.

          Etwas ketzerisch muss ich fragen: Geht bei Euch Schweizer Ärzten echt die Reise dahin, dass ihr in Zukunft auch noch Stützstrümpfe anmessen wollt und die Oma bei der Auswahl des Rollators beraten möchtet – einfach, weil Zusatzverdienst? :-)

          Bitte mich richtig verstehen: Ich habe vor dem Arztberuf allerhöchsten Respekt. Aber warum wollt ihr unbedingt Euer Geld mit Dingen verdienen, von denen ihr nichts versteht anstatt das zu machen, was ihr mühevoll in Eurem Studium gelernt habt? Die Beratung zu einem Rollator kann das Sanitätshaus sicherlich besser als jeder Arzt (und besser als jeder Apotheker).

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          1. Dank eines faireren Tarifsystems haben wir hier in der Schweiz mehr als doppelt soviel Zeit für einen Patienten als die Kollegen in Deutschland.

            „Aber warum wollt ihr unbedingt Euer Geld mit Dingen verdienen, von denen ihr nichts versteht anstatt das zu machen, was ihr mühevoll in Eurem Studium gelernt habt?“

            Ich hätte kein Problem damit, die SD aufzugeben, aber dann muss halt beim TARMED etwas draufgelegt werden, um das auszugleichen.

            Aber beispielsweise bieten die Apotheken hierzulande ja auch Laboruntersuchungen und Telemedizin an – auch nicht ihr angestammter Bereich. Oder auch die Impfungen.

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            1. Was die Laboruntersuchungen angeht: Das ist genau das, was man im Pharmaziestudium lernt, es nennt sich instrumentelle Analytik. Dafür ist der Apothekerberuf prädestiniert. Jeder Pharmazeut kann Dir nach seinem Studium die Funktionsweise einer HPLC, eines Gaschromatographen, einer SDS-PAGE, einer H-NMR, usw. runterbeten. Es wundert mich eh, dass das in deutschen Krankenhäusern nicht durch die Krankenhausapotheke erledigt wird, sondern man da ein separates Labor hat.

              Was Impfungen angeht: Das macht hier in Deutschland gewöhnlich die MfA, also die Sprechstundenhilfe. Egal, zu welchem Arzt ich gehe. Und das bekommt die MfA auch super hin. Wenn die MfA das kann, dann traue ich mir das als Apotheker – nach einer sorgfältigen Einweisung – ebenfalls zu.
              Aber die Ärzte trauen uns Apothekern ja nicht mal zu, dass wir anständig einen Blutdruck messen könnten – das wäre ja ureigenste ärztliche Aufgabe…

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            2. Tja, die Analytik lernen wir im Studium auch. Und die Werte korrekt zu interpretieren – kommt das im Pharmaziestudium bei Euch auch dran?

              Was machst Du eigentlich, wenn ein Patient eine akute Impfraktion hat?

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