Apotheken aus aller Welt, 356: Singapore Airport, Singapur

Alex von schickt uns dies:

Ich muss ehrlich sein. Leider komme ich nicht mehr an Apotheken vorbei ohne an Deinen Blog erinnert zu werden. Leider habe ich diesmal nur eine fotografiert. Es handelt sich um eine kleine Apotheke in Singapore und zwar am Flughafen. Der Flughafen in Singapore hat 3 riesengrosse Terminale, wo man problemlos ein paar Tage Urlaub machen könnte. Deswegen wohl auch eine Apotheke. Kein Kunstwerk, aber immerhin.

ja, das mit dem Apotheken – sehen ist eine bekannte Nebenwirkung meines Blogs :-)

Und der Singapurer Flughafen ist toll. Ich erinnere mich noch gut an den Kaktusgarten …

Haben sie Zäpfchen?

Ein älteres Pärchen kommt in die Apotheke.

alte Frau (kurz angebunden und irgendwie … unwirsch): „Haben sie Zäpfchen?“

Pharmaassistentin (PA): „Ja, nach was suchen sie denn?“

Alte Frau:  „So was. Der Service hier hat wirklich abgenommen. Früher war es so viel besser. Ich kann es nicht glauben!“

Mann der alten Frau- macht so als ob er sich ein Zäpfchen in den Hintern steckt: „Na, die Sorte!“

Neee … schon klar, oder?

PA: „Es würde mir helfen, wenn sie mir sagen, für was sie es brauchen? Gegen Hämorrhoiden oder bei Verstopfung oder …?“

Alte Frau: (winkt ab): „Das ist lächerlich. Sie sind wirklich nicht sehr hilfsbereit. Der Service heute ist einfach nicht mehr das, was er mal war…“

Und beide laufen immer noch miteinander über unseren furchtbaren Service schimpfend aus der Apotheke.

Die PA steht am Platz festgewurzelt, ich glaube, sie weiss immer noch nicht, was da genau geschehen ist.

Ich eigentlich auch nicht.

Huh?

Apotheken aus aller Welt, 355: Chester, England

Offenbar habe ich auch Fans in England, denn von dort erreicht uns dieser Beitrag von Eva Maria: Merci!

Ich möchte gerne ein Foto, das ich letzten Samstag in Chester (Grossbritannien) aufgenommen habe, für deine Sammlung beitragen. In diesem alten Gebäude an der Foregate Street (sowie im angrenzenden Gebäude rechts davon) befindet sich eine Filiale der Apothekenkette Boots.

 

Oh, das ist eine Apotheke? Schick! Wahrscheinlich dürfen die an der Fassade nichts anbringen, darum die Schilder nur nebenan.

Der neue Hund

Wir haben da einen Stammkunden, Herrn Mauler*, der regelmässig bei uns seine Medikamente holt. Er selbst ist ein älterer, gemütlicher Mann, der langsam etwas zulegt um die Hüften. Mit dabei ist auch immer der Hund, der neben ihm her-trottet.

Er hatte einen vom Typ kleiner, dicker, (mässig) weisser Bodenmop. Hatte – weil: der wurde wirklich alt und schliesslich krank und starb. Das war ein ziemlicher Schlag für unseren Kunden, aber …es dauerte nicht lange, da kam er mit einem neuen Hund – einem herzigen jungen Beagle.

Das war ein ganz anderes Kaliber als der vorige Hund. Sehr aktiv – kaum hatte er unseren Kunden in die Apotheke gezogen (manchmal sah das wirklich so aus), drehte er sich um und setzte oder stellte sich so hin, dass er praktisch wieder zum Ausgan zog. Und das Herrchen musste schneller laufen mit ihm.
Wir waren alle der Meinung, dass der Hund ihm gut tun würde – mehr Bewegung, mehr nach draussen …

Das ging ein paar Monate wirklich gut, dann bemerkten wir, dass der Hund – zulegt. An Gewicht nämlich. Er wurde langsamer und sass jetzt mehr.
Wir fragten uns insgeheim, ob die Lebensweise des Herrchens jetzt Überhand gewinnt.
Das war es leider nicht. Etwas später kam Herr Mauler auf einmal ohne Hund und völlig am Boden zerstört. Der Hund war plötzlich schwer krank geworden und ist gestorben. Offenbar ein aggressiver Krebs.

Aber wie wir Herrn Mauler kennen – das war natürlich nicht sein letzter Hund. Und richtig. Jetzt hat er wieder einen Ersatz … leider ist das wieder so ein Schosshündchen – wahrscheinlich denkt er, die „halten“ länger …

Nun, wahrscheinlich ist es mit den Hunden wie mit den Beziehungen – es gibt verschiedene Töpfe und verschiedene Deckel. Man muss einfach etwas passendes finden :-) .

Habt ihr Hunde? Welcher Typ ist das? Passt er? Und … habt ihr da vorher geschaut, dass der Typ passt?
Ich bin mehr der Katzen – als der Hundetyp … aber trotzdem gespannt auf Eure Antworten.

*alle Namen wie immer geändert.

Nicht im Mund anwenden

Eine jüngere, etwas mollige Frau kommt in die Apotheke geeilt. Sie hält mir ihre Finger unter die Nase, die *etwas* rot sind. Und ich meine *etwas* – also: nicht mal Sonnenbrand-rot, eher so wie ein errötendes Mädchen-Rot.

Frau (leicht aufgeregt): „Die habe ich mir grad vorher mit heissem Wasser verbrüht! Muss ich dafür zum Arzt?“

Pharmama: „Haben sie es anschliessend mit kühlem Wasser gekühlt?“

Frau: „Ja.“

Pharmama: „Wie lange etwa?“

Frau: „Ein paar Minuten. Ich habe gehört, das sei gut bei Verbrennungen?“

Pharmama: „Ja, das stimmt, das verhindert, dass das Gewebe weiter beschädigt wird.“

Frau: „Ja, soll ich das nochmals kühlen gehen? Oder gleich zum Arzt?“

Pharmama: „Nun, es sieht nicht so schlimm aus. Den Arzt brauchen sie dafür nicht.“

Es ist wirklich nicht sehr rot und auch nicht offen, geschweige denn Brandblasen …

Frau: „Soll ich da Butter drauf schmieren?“

Pharmama: „Nein! Das macht man heute nicht mehr, das hilft auch gar nichts.“

Frau: „Ich möchte aber eine Creme für drauf. Haben sie mir etwas?“

Ich überlege. Sie braucht nicht zwingend etwas – aber sie will ganz offensichtlich etwas machen. Ich bin inwischen überzeugt, dass die Frau … etwas eingeschränkt ist intelligenzmässig. Nicht schlimm, aber so, dass man automatisch anfängt etwas langsamer und deutlicher zu werden.

Pharmama: „Wie wäre es mit Bepanthen ? Das ist eine desinfizierende Wundsalbe. Das geht auch, wenn sie irgendwann mal woanders etwas haben.“

Frau: „Das ist gut für Verbrennungen?“

Pharmama: „Ja.“

Ich verkaufe ihr eine kleine Tube.

Sie macht sie sofort auf und schmiert sich etwas auf die Finger.

Frau: „Ah, das tut gut. Danke, vielmals!“

Und sie geht wieder.

Ich schmunzel ein bisschen – aber ich habe das Gefühl, die sehe ich bald wieder.

Es dauert auch nur etwa eine halbe Stunde, da steht sie wieder da.

Noch beunruhigter als vorher.

Frau: „Ich habe da drüben (gegenüber haben wir einen Imbisstand) ein Sandwich gegessen!“

Pharmama: „Jaaa?“ – ich meine: okay, das ist ja nicht wirklich ein Grund so beunruhigt auszusehen.

Frau: „Und dabei habe ich vergessen, dass ich noch Salbe an den Fingern hatte!!“

Ja – und?“ … ich versteh’s noch nicht..

Frau: „Und ich hatte die Finger auch im Mund … und dann ist mir eingefallen, dass ich doch Salbe an den Fingern habe! Und jetzt … ich habe in der Packungsbeilage nachgeschaut: da steht: ‚Nicht für in den Mund!‘ Bin ich jetzt vergiftet“?

Pharmama: „Ah – Nein. Sind sie nicht. Das ist wirklich nicht so schlimm.“

Frau: „Aber – etwas von der Salbe ist vielleicht in meinen Mund gekommen!“

Pharmama: „Ganz wenig vielleicht … aber, schauen sie. Wenn da steht: nicht im Mund, ist gemein, dass man es dort nicht anwenden soll – also auftragen oder gar einnehmen. Aber so wenig wie an ihren Fingern noch war .. das ist wirklich kein Problem.“

Frau: „Wirklich?“

Pharmama: „Wirklich.“

Frau: „Oh, gut. Na, dann – wiedersehen!“

Pharmama: „Wiedersehen!“

(Ich hoffe aber nicht so bald…)

 

Apotheken aus aller Welt 354: Bangkok, Thailand

Danke an Volker!

Hier schicke ich Dir ein Foto einer Apotheke in Bangkok, wie man sie entlang der Sukhumvit Road alle paar Meter findet.Ungewöhnlich daran finde ich, dass die Apotheke explizit damit wirbt, die Medikamente auch ohne Rezept abzugeben – wo genau das doch business as usual hier ist.

Das mag schon „business as usual“ sein … das heisst aber nicht, dass das schon alle wissen …