Nasensprays mal wieder

Ich kontrolliere die Rezepte vom Vortag – neben mir bedient die Pharmaassistentin (PA) die Kunden. Ich höre (wie immer) mit mindestens einem halben Ohr zu.

Geschäftsmann: „Ein Xylo Mepha für Erwachsene und ein Nasic.“

PA: „Sind beide für sie selber?“

Mann: „Ja – ich wechsle ab.“

Die PA holt die Nasensprays und legt sie auf die Theke: „Hier bitte – Sie wissen aber, dass das beide abschwellende Nasensprays sind?“

Mann: „Ja, ja, ich weiss … und man soll sie nicht länger anwenden. Aber ich nehme den Xylo nur für eine Woche, danach nehme ich den Nasic, der ist ja nicht so schlimm.“

PA: „Der macht genau dasselbe – abschwellen und darum …“

Mann: Jaja, schon klar. Aber wissen Sie, ich nehme die schon eine Zeitlang. Ich habe nämlich chronische Nasennebenhöhlenentzündung und Schnupfen und will nicht den Cortison-Spray, den mir mein Arzt verschrieben hat benutzen. Der ist nämlich sicher schädlicher als das hier!“

PA: „Eigentlich wäre der vom Arzt verschriebene Spray vor allem bei längerer Anwendung weniger problematisch als diese hier … Sie brauchen vor dem Cortison hier auch keine Angst zu haben, bei der Anwendung in der Nase wird das kaum vom Körper aufgenommen und …“

Mann: „Schon gut. Ich nehme lieber die hier.“

Die Pharmaassistentin schluckt, nickt und kassiert wortlos ein.

Als der Kunde draussen ist, dreht sie sich nur zu mir um und schüttelt den Kopf.

Böses Cortison, richtig? Ich frage mich, wann das aus den Köpfen der Leute endlich raus ist. Dafür ist er offensichtlich auch schon abhängig von den Nasensprays. Denn auch wenn der Nasic als „sanft“ gilt … der enthält genau dasselbe Xylometazolin; das Dexpanthenol, dass das zusätzlich enthält (zur Pflege und zum Beruhigen der Schleimhaut) hebt das nicht auf.

Apotheken in aller Welt, 163: Malmö, Schweden

Originalpost vom 19.9.11 mit Update

Und der (bis hier) vorletzte Beitrag von Daniela und ihren Ferien in Schweden:

Mein Highlight: Die Apoteket Lejonet (Löwen-Apotheke) am Stortorget im Stadtzentrum von Malmö, gegründet 1571. Wenn man schwedisch kann (ich kanns nicht :-) ) und Zeit hat, kann man sich an einer Wand im Inneren die ganze Geschichte durchlesen. Das Gebäude selbst zählt wohl zu den bedeutendsten aus dem Historismus? Habe davon aber keine Ahnung.

  

Diese Apotheke hatten wir zwar schon – aber diesmal haben wir auch ein paar Fotos von innen. Ein guter Grund, sie nochmals zu bringen!

Auch die Menschenhandwerkerin war da und schickt mir ein Foto: (Update April 14)

Lade das nicht auf mich!

Okay, das ist jetzt ein ziemlich schwieriges Thema und auch nicht einfach für mich hier zu schreiben. Es geht um eine Begegnung vor ein paar Wochen und den Post, den ich direkt danach geschrieben habe. Der ist … da mich das in dem Moment noch ziemlich aufgewühlt hat, vielleicht etwas direkter geraten als angebracht. Aber – es musste raus. Und danach wollte ich ihn nicht mehr umschreiben.

Also:

Nein. Einfach Nein.

Wenn Sie mir mehr oder weniger durch die Blume zu verstehen geben, dass Sie vorhaben sich mit einem Medikament umzubringen, dann bekommen Sie von mir gar nichts mehr. Die Nummer von der Telefonhotline oder vom Notfallpsychiater ja.

Aber keine Tipps, keine Medikamente, nicht mal mehr hypothetische Antworten auf hypothetische Fragen wieviele von den freiverkäuflichen Schlafmittel man denn nehmen müsste, um …

(Vergiss es – das klappt so eh nicht).

Nein, ich bin tatsächlich ein bisschen ärgerlich. Auf der einen Seite tut er mir leid. Er braucht Hilfe!, sicher. Aber Hilfe, die ich ihm hier und jetzt nicht geben kann. Und meine Hilfs-Vorschläge werden kategorisch abgelehnt.

Wir hören zu. Wir versuchen zu helfen.

Aber wir können nur bedingt der seelische Mülleimer sein. Und auch wenn die letzte Beziehung in die Brüche ging, Sie eine schwere Kindheit hatten, Sie nicht wissen, ob Sie weiterhin in der Lehre bleiben sollen – fragen Sie Sich doch bitte: bin Ich wirklich die richtige Ansprechsperson dafür, das alles im Detail erklärt zu bekommen? In der Apotheke? Um viertel vor 7 Uhr? Wo ständig andere Leuten reinkommen?

Dabei wirkt er weder sehr niedergeschlagen noch sehr aufgedreht. Aber er ist offensichtlich depressiv. Und er droht mir durch die Blume faktisch seinen Suizid an.

Bitte versteht mich nicht falsch. Was mich nervt ist nicht, dass er Hilfe sucht. Das ist gut! Nur … Ich kann ihm nicht ewig zuhören – ich habe noch andere Kunden und bin kein Psychologe, der Tipps geben oder gar Medikamente dagegen geben kann. Ich kann ihn weiterleiten an die richtigen Personen – aber, das will er gar nicht. Trotzdem drücke ich ihm die Nummern in die Hand.

Was er von mir will – und sicher nicht bekommt ist Info, wie man sich vielleicht mit ein paar Medikamenten umbringen könnte.

Lade das nicht auf mich.

He, : Was mache ich mit so einem, wenn er wieder kommt? Den Notarzt rufen, damit er ihn einweist? Irgendwie glaube ich da zu sehr an das Selbstbestimmungsrecht eines Menschen, als das mir das wirklich richtig vorkommt. Trotz Selbstgefährdung.

Und ich fürchte der kommt wieder. Denn als ich am nächsten Tag der Pharma-assistentin das erzählt habe, meinte sie nur: „Genau den hatte ich auch schon. Eine Dreiviertel Stunde lang. Am Ende hab’ ich glaub nur noch wiederholt: ‚Ich kann ihnen nicht helfen. Bitte suchen sie professionelle Hilfe: einen Psychiater oder die Dargebotene Hand oder so.‘

Das ist extrem unbefriedigend – aber man muss auch seine Grenzen kennen.

– übrigens: für die Schweiz kann man sich Hilfe holen bei der  im Netz oder über die Telefonnummer 143. Jugendliche/Kinder auch über die , die 147.

Apotheken aus aller Welt, 466: Aarhus, Dänemark

schickt uns diese Apotheke:

Die anderen Bilder sind von einer Apotheke in der Fußgängerzong von Aarhus, wo ich vor kurzem ein paar Tage war. Das erste ist der Zugang zum Labor – der Innenhof ist Zugang zu einigen Geschäften, so auch jener Lieferanten- und Laboreingang

Apotheke? Also wenn da kein Kreuz aussen dran wäre …

Innen sieht das aus wie ein Gemischtwarenladen / Kiosk. Und ausstellungsmässig ein absolutes Negativbeispiel (selbst für die Weihnachtszeit).