Eine Trauerkarte von der Apotheke?

Die Menschen sterben. Jeder einmal. Wir in der Apotheke sehen das auch. Wie erfahren wir es, wenn einer unserer Patienten gestorben ist?

Leider kaum. Manchmal nur, wenn ein Angehöriger uns die nicht mehr gebrauchten Medikamente zurückbringt – häufig in einem (grossen) Plastiksack. Gelegentlich sagen sie dazu noch, dass das die Medikamente von Herr X oder Frau Y sind, die gestorben ist – fast häufiger noch geschieht das fast Wortlos – und ich erkenne nur, von wo das kommt an den Dosierungsetiketten, die ich von den Packungen knübeln muss. Ein anderes Mal erfährt man es nur durch die Todesanzeige in der Zeitung – aber meist komme ich nicht dazu die zu lesen. Selten kommt der Partner oder ein Kind des Patienten vorbei und erzählt es uns.

Ich glaube die meisten Leute verstehen nicht, dass wir mit unseren Patienten eine Beziehung haben, die etwas über das einfache Ausgeben von Medikamenten hinausgeht.

Oft wissen wir von den Patienten, was ihre Probleme waren – zumindest die gesundheitlichen, manchmal auch etwas mehr. Mit vielen haben wir geredet auch neben den reinen Fakten der Dosierung und der Medikamente. Und bei einigen leiden wir direkt mit, wenn es ihnen schlechter geht.

Wenn ich so weiss, dass einer unserer Patienten gestorben ist – speziell jemand, den wir häufiger (und gern) gesehen haben, dann schreibe ich auch eine Trauerkarte.

Eigentlich ist das ein Bruch des Patientengeheimnisses (das selbst nach dem Tod weiter Gültigkeit hat) … demnach dürfte niemand auch nur wissen, dass ein Behandlungsverhältnis bestanden hat – selbst wenn ich nur schreibe, dass wir ihn/sie als freundlichen Menschen kennenlernen durften und ihn/sie auch vermissen werden.

Was ich bis jetzt an Rückmeldungen bekommen habe, war positiv, aber …

Was denkt ihr? Sollte ich das nicht mehr machen? Ist das überhaupt seltsam, von der Apotheke eine Trauerkarte zu bekommen?

Apotheke einmal anders

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:-)

Nachdem ich das ganze Pharmaziestudium über Fan deines Blogs war, wollte ich sobald ich in der Praxis angekommen bin auch irgendwas in die Richtung machen. Seit 3 Monaten mache ich jetzt mein praktisches Jahr und knippse einfach alles, was ich lustig oder kurios finde.

ApothekeEinmalAnders

Zu finden hier:

Unnötige Telefonanrufe

Notiz vom Vortag: 'Der Arzt hat Coversum verschrieben. Haben Herrn Unsicher das Generikum angeboten. Der hat gesagt, wir sollen erst beim Arzt anrufen, ob das für ihn ok ist.'

 

Oh, *Seufz*. Ich darf als Apothekerin in der Schweiz Medikamente durch ihre Generika ersetzen. Dafür brauche ICH nicht die Einwilligung vom Arzt – nur das Einverständnis des Patienten. Der Arzt kann – wenn er einen Ersatz absolut ausschliessen möchte auf das Rezept schreiben: „Sic!“ oder „aus medizinischen Gründen nicht substituieren!“. Ich brauche ihm also deswegen nicht anzurufen. Aber … wenn der Patient das will …

„Hallo hier ist Pharmama aus der Apotheke. Ich habe eine Frage an den Arzt. Er hat Herrn … Coversum verschrieben. Herr Unsicher will wissen, ob das auch für den Arzt okay ist, dass wir das mit dem Generikum austauschen.“

Praxisassistentin: „Wirklich? Das wird ihn nerven.“

Pharmama: „Kann ich mir vorstellen. Es war der ausdrückliche Wunsch von Herrn Unsicher dass wir nachfragen.“

Praxisassistentin: „Na dann. Moment. …

Er sagt, sie dürfen das jederzeit austauschen. Nachfragen ist nicht nötig.“

Pharmama: „Ich weiss. Bitte Entschuldigen sie die Störung!“

Nun, zumindest wird der Arzt, falls der Patient auf die Idee kommt nachzufragen, ob sie wirklich von uns angefragt wurden positiv darauf antworten :-)

Zumindest in dem Sinn, dass wir angefragt haben …

Der „Rundordner“

Der Mann hat das letzte Mal ein neues Blutdruckmedikamente verschrieben bekommen. Er kommt relativ früh nach einer neuen Packung fragen: nach 20 Tagen – er hat eine 30er Packung bekommen, muss aber nur ½ Tablette pro Tag nehmen.

Vorsichtig nachgefragt:  „Gehen Sie demnächst in die Ferien, dass Sie jetzt schon eine neue Packung brauchen?“

Mann: „Nö. Aber sie gehen demnächst aus.“

Pharmama: „Hmm, sie sollten noch eine Weile halten. … Wieviel nehmen Sie denn pro Tag?“

Mann: „1 Tablette“

Pharmama: „Der Arzt hat aber eine halbe Tablette pro Tag verschrieben.“

Mann (unbeeindruckt): „Dann schreiben Sie mir das auf die Etikette.“

Pharmama: „Natürlich – aber, das haben wir das letzte Mal auch schon.“

Mann: „Ach wissen Sie, da habe ich nicht drauf geachtet. Das ist wie bei den Packungsbeilagen, die landen bei mir auch gleich im Abfall.“

… was soll ich dazu sagen?

Pharmama (Einatmen): „In Ordnung, aber bitte halten Sie sich in Zukunft an die Dosierung, die der Arzt gesagt hat: Eine halbe Tablette pro Tag. Falls Sie denken, es wirke nicht genug, nehmen Sie mit ihm Kontakt auf.“

Mann: „Klar.“

Der Mann hat das letzte Mal ein neues Blutdruckmedikamente verschrieben bekommen. Er kommt relativ früh nach einer neuen Packung fragen: nach 20 Tagen – er hat eine 30er Packung bekommen, muss aber nur ½ Tablette pro Tag nehmen.

Vorsichtig nachgefragt:  „Gehen Sie demnächst in die Ferien, dass Sie jetzt schon eine neue Packung brauchen?“

Mann: „Nö. Aber sie gehen demnächst aus.“

Pharmama: „Hmm, sie sollten noch eine Weile halten. … Wieviel nehmen Sie denn pro Tag?“

Mann: „1 Tablette“

Pharmama: „Der Arzt hat aber eine halbe Tablette pro Tag verschrieben.“

Mann (unbeeindruckt): „Dann schreiben Sie mir das auf die Etikette.“

Pharmama: „Natürlich – aber, das haben wir das letzte Mal auch schon.“

Mann: „Ach wissen Sie, da habe ich nicht drauf geachtet. Das ist wie bei den Packungsbeilagen, die landen bei mir auch gleich im Abfall.“

… was soll ich dazu sagen?

Pharmama: „In Ordnung, aber bitte halten Sie sich in Zukunft bitte an die Dosierung, die der Arzt gesagt hat: Eine halbe Tablette pro Tag. Falls Sie denken, es wirke nicht genug, nehmen Sie mit ihm Kontakt auf.“

Mann: „Klar.“

Tablette mit kleinem Loch

Tatsächlich nicht nur in der einen Tablette, sondern in allen von der Sorte.

Ist ja auch Absicht: das ist eine spezielle Art der retardierung – also, wie man eine Tablette lang-wirksam macht. Die Hülle ist wasserfest – der Wirkstoff kann nur durch dieses kleine Loch langsam raus.