Abend-Unterhaltung

Junior liegt neben mir im Bett, während ich ihm etwas vorlese. Auf einmal unterbricht er mich: „Hast Du da ein Loch im Ohr? Blutet das?“

und zieht mir leicht am Ohrring.

„Ja, das ist ein Loch – und nein, das blutet nicht – das macht auch nicht weh.“

Junior: „Darf ich mal schauen?“

Pharmama: „Soll ich den Ohrring wegnehmen?“

Junior: „Ja.“

Ich nehme ihm weg, Junior schaut sich mein Ohr-Ring-Loch genau an.

Junior: „Und wieso hast Du ein Loch im Ohr?“

Pharmama: „Das ist für die Ohrringe, damit die halten. (Ich zeige ihm, wie ich den Ohr-Stecker wieder reinmache). Das ist Schmuck – das sieht gut aus, oder?“

Junior: „Jaaa ….“

nach einer Weile: „Ich will auch Ohrringe!“

Pharmama (vorsichtig): „Vielleicht später … und vielleicht nicht gerade in beide Ohren? Männer haben meist nur einen Ohrring.“

Junior: „Ich will aber zwei – wie Du!“

Pharmama: „Na gut … aber damit warten wir noch, okay?“

Junior: „Aber warum?“

Pharmama: „Was denkst Du denn, wie die Löcher in die Ohren kommen?“

Junior: „Weiss nicht.“

Pharmama: „Die werden gestochen.“

Junior: stumm, aber mit grossen Augen.

Pharmama: „Und das macht im Moment schon etwas weh. Darum warten wir lieber, bis Du etwas grösser bist – okay?“

Junior: „Okay.“

Pharmama: „Soll ich jetzt weiterlesen?“

Junior: „Ja.“

(Ich bin so eine manipulierende Mama).

Bin ich Amoralisch?

Mittel-alter Mann (Nein, nicht Mann aus dem Mittelalter, nur: in mittlerem Alter) in der Apotheke an einem langsamen Mittwoch-Nachmittag: „Verkaufen Sie auch Spritzen und Nadeln?“

Pharmama: „Ja, was brauchen sie denn?“

Mann (überlegt): „2 Milliliter Spritzen und rosa Nadeln.“

Pharmama: „Habe ich. Wieviele?“

Mann (zwiefelnd): „Je … Zwanzig?“

Ich zeige sie ihm. Er kauft sie.

Nach dem Kauf, bevor er geht, zögert er, dann: „Kann ich Sie was fragen?“

Pharmama: „Natürlich?“

Mann: „Ich war gerade in der Stadt-Apotheke. Die wollten mir die Spritzen und Nadeln nicht geben. Ich habe ein Rezept dort – der Apotheker könnte also wissen wofür es ist, trotzdem wollte er sie mir nicht geben. Als ich ihn gefragt habe, wieso, meinte er, er wüsste ja nicht, für was ich das brauchen würde. Ich könnte das ja auch für Drogen brauchen und das würde er nicht unterstützen.“

Pharmama: „Ja?“ (WO bleibt die Frage?)

Mann: „Aber Sie verkaufen sie mir, ohne zu fragen.“

Pharmama: „Ja.“

Mann: „Wieso machen Sie das und er nicht?“

Pharmama: „Ich habe früher in einer Apotheke gearbeitet, die ziemlich im Drogenmilieu gelegen ist. Und von daher bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass es das kleinere Übel ist, wenn ich Spritzen und Nadeln verkaufe – dann stecken sich die Drogensüchtigen wenigstens nicht mit irgendetwas an, oder bekommen Abszesse, weil sie das Zeug wiederverwenden. Also … Ja, ich verkaufe es auch, wenn ich den Verdacht habe, dass es für Drogen verwendet wird.“

Mann: „Denken Sie dass ich es dafür brauche?“

Pharmama: „Sie? … Ich glaube nicht. Aber, wie gesagt, das ist für mich auch nicht ausschlaggebend. Aber – es gibt natürlich auch Apotheker, die es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren wollen, sozusagen Missbrauch zu unterstützen.“

Mann: „Ah.“

Irgendwo finde ich das auch etwas … Zwittermässig. Wir verkaufen ja auch Flash Packs – und das ist ganz eindeutig für den Drogengebrauch. Geben das die Apotheken denn auch nicht ab? Oder gilt das nur für einzelne Spritzen und Nadeln?

Übrigens: der nett fragende Herr brauchte das Material wirklich nicht für Drogen. Rosa Nadeln wären auch .. etwas riesig dafür. Braune oder Orange werden da eher verlangt. Er brauchte es um eine definierte Menge Flüssigkeit zum Inhalieren aus Ampullen zu entnehmen.

Was ich nicht sagen kann …

Ihr Rezept für Flagyl Ovula ist vom (1 Monat vorher) und jetzt stehen Sie hier und es ist ein NOTFALL!? …. Wenn ich auf schlechte Witze stehen würde, würde ich sagen, hier riecht etwas fischig.

Erklärung für nicht-medizinische: Flagyl ist ein Antibiotikum für (hauptsächlich) anaerobe (also nicht-Sauerstoff-brauchende) Bakterien. Verschrieben als Ovulum – also als Vaginaltablette wird es vor allem gegen -Infektionen. Das ist ein Bakterium, das auch in der normalen Scheidenflora vorkommt, das aber bei starker Besiedelung zu üblen Vaginalentzündungen und aufsteigenden Infektionen führen kann. Das Bakterium macht einen typischen fischig-fauligen Ausfluss …

Apotheken aus aller Welt, 334: Wolgast, Deutschland

Schreibt Simop:

Was passiert, wenn man Urlaubsbilder sortiert … Ja, dann fallen einem nochmal Apothekenbilder in die Hand… :-)
Diese hübsche, leider am Sonntag geschlossene Apotheke stammt aus Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern, die sozusagen das Eingangstor nach Usedom darstellt. Leider konnte ich die Sonne nicht dazu bewegen, sich schnell zur Seite zu begeben, daher leider etwas Gegenlicht (und mein Handy hat auch (noch) keine Gegenlichtblende…)

Ah, wenn das herauskommt beim Bilder-sortieren, darfst Du ruhig weitermachen …

An der Stelle möchte ich mich noch entschuldigen bei denen, die mir in den letzten Tagen (Wochen?) Bilder zugeschickt haben – sie sind angekommen, aber ich bin aus aktuellem Anlass bisher noch nicht dazu gekommen, sie anzuschauen respektive zurückzuschreiben. Das mache ich aber noch … später. Danke Euch trotzdem!