Endlich draussen!

Letzte Woche waren wir alle Nachmittags auf dem Spielplatz. Während Junior herumraste und neue Freunde suchte, unterhielten sich mein Kuschelbär und ich auf einer Sitzbank. Einer hölzernen Sitzbank. Bis zu dem Moment, wo mein Kuschelbär sich seitlich verschob – und sich einen Sprießen holte. Direkt in den Oberschenkel.

Zuhause holte ich mit der Pinzette erst mal einen kleineren Sprießen aus der Haut (2mm) dann suchte ich dort, wo es ihm am meisten weh tat. Dort war kaum etwas zu sehen, aber mein Kuschelbär beharrte darauf, dass da etwas sein musste. Also machte ich, was ich in der Apotheke niemandem empfehlen würde … ich schnitt (mangels Skalpell) mit dem Vorderteil einer dicken Kanüle die Haut auf und ein. Dort fand ich nach viel Mühe, nachdesinfizieren und Blut wegwischen ziemlich tief in der Haut noch 2 weitere Sprießen, beide etwa 3mm lang. Aber mein Kuschelbär war überzeugt, da wäre immer noch etwas drin – es steche, wenn er drauf fasse. Noch tiefer getraute ich mich nicht zu schneiden, also pappten wir Zugsalbe drauf und banden es ein. Täglich wechselte ich den Verband und beobachtete die Stelle – wenn da wirklich noch etwas drin ist (speziell Holz), besteht nämlich eine gute Chance auf eine dicke Entzündung und Infektion.

Die Wunde sah immer ziemlich gut aus, aber fühlte sich … fest an, fast hart. Heraus kam nichts. Ich fürchtete es war zu tief unten und wir würden doch noch zum Arzt müssen, das Ganze aufschneiden.

Dann heute kommt aus dem Schnitt etwas Eiter. Ich drückte vorsichtig und sah auf einmal etwas dunkles – der Sprießen? Mit der Pinzette bekam ich ihn zu fassen und zog. Und zog … und zog ein über 2cm langes Holzstück heraus.

Ich hoffe sehr, das war es jetzt. Kuschelbär meint „Ja“, jetzt sei es viel besser.

.. und damit ist er fast eine ganze Woche lang herumgelaufen! Brrr.

ein empfindliches Pflänzchen …

Das ist eine Mimose – eine Mimose Pudica, in Deutsch auch Schamhafte Sinnpflanze genannt, im Englischen touch-me-not. Wie man an den Namen erkennen kann, hat sie eine lustige Besonderheit: Für eine Pflanze reagiert sie erstaunlich schnell und empfindlich – auf Berührungen, Erschütterungen, Temperaturwechsel und sogar die Lichtintensität.

Gefunden habe ich diese hier in Thailand auf unserem Weg zum Wasserfall am Wegesrand. Eigentlich stammt sie ja aus Südamerika, verbreitet sich aber in tropischem und subtropischem Klima rasch weiter.

Auf jeden Fall war das eine gute Gelegenheit, Junior die Natur etwas näher zu bringen :-)

Danksagung an das Tagi (nicht.)

Alle Jahre wieder … so langsam sollten wir uns dran gewöhnt haben – nur klappt das irgendwie nicht so ganz, wenn man (schon wieder) kotzend über der Toilettenschüssel hängt.

Angefangen hat Junior damit ohne Vorwarnung am frühen Freitag morgen – es reichte ihm gerade noch bis zur Toilette. Allzuviel kam allerdings nicht hoch – was wohl daran liegt, dass am Morgen nicht mehr so viel im Magen ist. Den Rest des Morgens hatte er alle halbe Stunde eine Attacke – dazwischen versuchte ich ihm erst löffelweise und dann mit einer Spritze gesüssten und leicht gesalzenen Fencheltee einzuflössen, damit er nicht austrocknet.

Telefon an das Tagi (das Tagesheim), dass er heute nicht kommen wird – und natürlich die Frage, ob bei ihnen etwas umgeht: „Ah ja, letzte Woche musste eine Mutter sogar mit ihrem Kind ins Spital deswegen.“ Schön – sowas wüsste ich gerne vorher.

Am Nachmittag musste ich arbeiten und überliess Junior Omas geübten Händen – inzwischen musste er „nur“ noch alle Stunde erbrechen und schaffte es auch, die Elektrolytlösung zu nehmen. Essen war allerdings auch am Abend nicht drin.

Samstag musste ich wieder arbeiten – da ging es mir noch gut, bis am Abend kurz nach dem Abendessen. Um es kurz zu machen – den Weg über meinen Magen hätte ich dem Essen auch sparen können. Bis am Morgen war ich dann vollkommen leer (oben und unten) – einmal mehr auch gut, dass wir 2 Toiletten haben, meinen Mann hat es nämlich gleichzeitig auch erwischt.

So lagen wir beide (und Junior so halb) Sonntag flach – wie gewohnt mache ich das sehr Arbeitgeberfreundlich.

Heute geht es schon wieder besser, wir konnten etwas Essen und ich einen halben Tag arbeiten – wobei ich Dank neuer Kleider, frisch geduscht und mittels einer halben Flasche Desinfektionsmittel ziemlich sicher niemanden angesteckt habe. Und nein, Junior war noch nicht wieder im Tagi.

So Norovirus ist echt Sch….!

One leech each

Unsere Zeit hier geht langsam aber sicher zu Ende. Weil es nicht meine Art ist, nur am Strand zu liegen (langweilig und man kann nur soviele Bücher lesen) , „zwinge“ ich meine Familie zu gelegentlichen Ausflügen in die Umgebung.

Vorgestern waren wir auf den Similian Islands (mein Berufsgeschädigtes Hirn besteht darauf, sie Similasan Islands zu nennen) und haben geschnorchelt. Dabei hatten wir das Glück eine große Meeresschildkröte zu sehen – das war cool! Etwas weniger cool mein Sonnenbrand an den Beinen hinten. Dass Junior keinen bekommt, darauf achte ich, bei mir bin ich offenbar nachlässiger :(

Heute nun haben wir einen kleinen Ausflug zu einem Wasserfall gemacht. Dahin muss man ein bisschen laufen. Durch etwas, das ich nur als Regenwald beschreiben kann. Der Wasserfall selbst ist nicht riesig, hat aber 7 Stufen. Wir haben es nur bis zur untersten geschafft. Kuschelbär hat Junior auf die Schultern genommen, um durch das Wasser zu laufen und dabei bemerkt, dass an Juniors Fuss ein Blutegel hängt. Darauf haben dann beide angefangen zu schreien: Junior: „AaaaahhhhIiiiiiii!!!!!!“ und Kuschelbär: „Nimm es weg! Nimm das weg!“
Ich hasse Blutegel! Eklige Viecher, die außerdem erstaunlich flink sind. Und man merkt kaum, wenn man gebissen wird, dafür läuft man nachher fast aus, weil es blutet.
In Ermangelung von Essig oder gar eines Feuerueugs, blieb nichts, als den Egel (Ekel!) hinter dem Kopf zu fassen – jedenfalls der Seite, wo er zugebissen hat, halten können sie sich an beiden Seiten- und ihn zu ziehen. Dabei wurde er länger und länger, dann hat er wohl gemerkt, dass ich das ernst meine und hat losgelassen. Wegspicken und schauen, ob da noch weitere sind, aber da ist nichts sichtbar.

Angesichts dessen, dass es in dem Moment angefangen hat zu regnen, sind wir dann lieber zurückgegangen. Unterwegs habe ich dann in meiner Sandale 2 Bisse gefunden – der Egel hat sich schon verabschiedet und meine Sandale sieht jetzt aus, als hätte eine Amputation stattgefunden (blutverschmiert). Und Zuhause beim Hotel hat der Egel, der es sich unbemerkt zwischen Kuschelbärs Zehen bequem gemacht hat losgelassen und wollte flüchten. Er hinterließ einen hässlichen Blutfleck mit dem Blut meines Liebsten, als ich ihn erwischte.

Ich hoffe, das waren jetzt alle. Wir gehen erst mal Duschen und uns absuchen.

Da.

Da sind wir also, heute Morgen angekommen. Fast wäre es aber zumindest später geworden. Unterwegs zum Flugplatz, sahen wir auf der Autobahn einen Fahrzeugbrand – sollte mich wundern, wenn es da später nicht noch einen Stau gegeben hat – da müssen immer alle langsam fahren und schauen.
Als wir um 12 Uhr am Flugplatz eincheckten, sah alles noch gut aus. Juniors provisorischer Pass ( der bis auf einen weißen Streifen exakt aussieht, wie ein normaler) , wurde problemlos akzeptiert. Obwohl relativ früh dran, machten wir uns auf den Weg durch die diversen Sicherheitskontrollen. Nach dem Ticketcheck (automatisch durch Einlesen eines Strichcodes) standen wir für die Körperkontrolle an … Und wurden prompt mit allen andern (Passagieren und Crew) wieder rückwärts herausgeschickt. Wegen einem „Sicherheitsproblem“ … Mehr war nicht zu erfahren. Da standen wir also.


Und standen.
Die nächste Info war nicht hilfreicher. Es sei ein „Technischer Defekt“. Kein Hinweis darauf, wie lange das dauern wird. Endlich ließen sie uns wieder weiter. Dadurch, dass unsere Tickets schon eingelesen wurden, spuckte natürlich das System, wir mussten separat reingelassen werden. Wenigstens haben sie innen dann so ziemlich jede Sicherheitsstation bemannt, so dass es ziemlich zügig weiterging. Bei Junior hat das System dann aus irgendeinem Grund Alarm gegeben, so dass er ( unter meiner Aufsicht) in den „Genuss“ einer Ganzkörperabtastung kam. Was sie bei einem 5 Jährigen zu finden fürchten, ist mir zwar nicht ganz klar….
Gerade noch rechtzeitig zum Boarden kamen wir beim Gate an.
Der Flug war dankbar ruhig, aber natürlich lang. Unschön auch, wenn das Bordsystem spukt, aber ( auch durch Eich) sind wir ja mit einem iPad ausgerüstet.


Und auch wenn wir im Moment noch müde sind, gelohnt hat sich das allemal:

Das Problem, das sie am Flugplatz hatten (und das sicher zu einigen verspäteten Flügen geführt hat) war übrigens ein 52jähriger Schweizer, der nach der Sicherheitskontrolle sein Handgepäck, das man zum Öffnen auf die Seite genommen hat, einfach geschnappt hat und weitergelaufen ist. Weil man so nicht sicher sein konnte, dass da doch etwas … Übleres drin ist, hat man alles gesperrt und ihn gesucht. Er saß dann in einer Bar. Inzwischen hat man ihn auch wieder aus der Haft entlassen…